Immer wieder machen uns die grauen Zellen einen Strich durch die Rechnung, wenn es darum geht, endlich! weniger! zu kaufen, zu schlemmen oder unnötige Dinge haben zu wollen. Der Grund: Konsum hat sich im Laufe der Evolution bewährt. Haben und Sein lagen immer schon dicht beieinander, denn wer mehr aß, mehr hatte und mehr tauschen konnte, hatte bessere Chancen im Kampf ums Dasein. Darum haben unser Hirn und unser Hormonhaushalt zahlreiche Mechanismen entwickelt, die uns Enthaltsamkeit schwermachen. Sehr schwer. In diesem Buch erfährt man, was in Mann und Frau vor sich geht, sobald sie sich in der Warenwelt bewegen, warum Einkaufstüten ein sicherer Garant für Glückshormone sind, und wieso gegen die Lust auf MEHR! kein Kraut gewachsen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2009
Andreas Rosenfelder winkt ab. Es gäbe soviel spannenden Stoff für ein existenzialistisches Buch übers Einkaufen, doch Eva Tenzer belässt es lieber beim Altbekannten: Wir sind von unseren Trieben regiert. Schwer zu entscheiden, was den Rezensenten dabei mehr stört: die Prosa, die so aufgesetzt und abgeschmackt klingt (Tasten Sie auch immer nach dem Portemonnaie, wenn Sie ein Rabattsschild sehen?), oder die vielzitierten Hirnforscher, die herausgefunden haben sollen, dass "unsere Neuronen frohlocken", wenn sie einen Sportwagen sehen. Einkaufen macht Spaß, diese Erkenntnis wird für Rosenfelder nicht dadurch aufregender, dass Tenzer sie "in Hirnwasser einlegt".
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