Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
In einer begeisterten und ausführlichen Kritik lobt Wilfried Wiegand den Kunsthistoriker Erwin Panofsky - auch schon anhand der hier zusammengestellten deutschsprachigen Essays aus der Zeit vor der Emigration - als einen "der großen deutschen Autoren des Jahrhunderts", und zwar nicht nur in kunsthistorischer, sondern auch in literarischer Sicht. Eine Zeitlang sei es in der Kunstwissenschaft in Mode gewesen, sich über Panofskys Methode der "Ikonologie" lustig zu machen, aber nun entdecke auch ein Laienpublikum den Autor neu. Auch wenn seine berühmten Bücher wie etwa die Dürer-Monographie erst in der Emigration geschrieben wurden, sind die hier versammelten Essays keineswegs nur als Vorläufer zu verstehen, versichert Wiegand. Die Illustrationen des Bandes findet er "vorbildlich" in den Band integriert. Gut gefällt ihm auch, dass die Herausgeber Panofskys Essays aktuelle bibliographische Hinweise zur Seite stellten. Manche ihrer Anmerkungen seien für das Verständnis von Panofskys Texten unerlässlich. Bei anderen tadelt Wiegand einen gewissen kunsthistorischen und politischen Opportunismus.
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