Erwin Einzinger

Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik

Roman
Cover: Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik
Residenz Verlag, Salzburg 2005
ISBN 9783701714049
Gebunden, 536 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Waren wir gerade noch beim Begräbnis von Andy Warhol, sind wir im nächsten Moment schon bei jenem Juristen aus der österreichischen Provinz, der als passionierter Suppenlöffelsammler bekannt ist. Mag es Sie da noch wundern, daß Johannes XXIII. just an dem Tag gestorben ist, an dem Thomas Bernhard den LKW-Führerschein gemacht hat? Freilich war Elvis, der Sänger und Hüftschaukler (- nicht etwa der amerikanische Löschhubschrauber gleichen Namens), damals schon längst nicht mehr als Lastkraftwagenfahrer sozusagen on Tour. Die Welt ist klein, sagen Sie? Erwin Einzinger beweist das Gegenteil. Aus den abwegigsten Episoden, aus den entlegensten Begebenheiten und den abgedroschensten Mythen gewinnt er das Material für ein pralles Panoptikum vielfältig verschlungener Geschichten, die er zu einem Roman verknüpft, der nirgends endet und überall beginnt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2005

Moritz Bassler sprüht vor Begeisterung und würde am liebsten gar nichts
verraten, aber dann lässt er die Katze doch aus dem Sack: Wir haben es hier, verkündet er, mit dem ersten Poproman zu tun, der Plot und Helden nicht mehr nur zugunsten des Dokumentation der Ausstattung drastisch reduziert - sondern ganz ohne auskommt. Erstaunlich dabei sei, fährt Bassler fort, dass Einzinger "weder viel zitiert noch Listen schmiedet, sondern konsequent und unbeirrt erzählt". Und zwar "auktorial, traditionell und, eben, enzyklopädisch". Und das Ganze kommt nicht "zwanghaft postmodern" oder übermäßig spezialistisch daher, sondern "lässig" und überaus unterhaltsam - von einer Anekdote über Knorr-Suppe zur nächsten über die Fahrradwerkstatt von Van Morrisons Vater. Radikal und prima, so das Fazit des angenehm überraschten Rezensenten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.11.2005

Mit seinem Titel, seinen Fußnoten und seinem Personenregister täuscht dieses Buch zwar Wissenschaftlichkeit vor, will aber gleichzeitig ein "Roman" sein, stellt Insa Wilke fasziniert fest. Erwin Einzinger lässt in seinem "Konvolut" von Assoziationen, Anekdoten und Informationen etwa die Knorrsche "Tütensuppe" "übergangslos" an die "Kuhglocke" anschließen, was die staunende Rezensentin als Stilprinzip erkennt. Umso beeindruckender, dass sich daraus "tatsächlich eine Geschichte der Unterhaltungsmusik" ergibt, die vom Wiener Walzer bis zur U-Musik der Gegenwart reicht, so Wilke beeindruckt. Gleichzeitig gelinge es dem Roman, nicht nur "Verbindungen zwischen bildender Kunst, Literatur und Musik" aufzuzeigen, sondern auch von der österreichischen Kleinstadt bis zur Südseeinsel die unterschiedlichsten Orte zu verknüpfen, lobt die Rezensentin. Bei Einzinger wird die einzelne Episode zum "Track", der Roman gar zur "B-Seite der Musikgeschichte", freut sich Wilke, die findet, dass auf diesem Wege "nebenbei" ein "Stück Kulturgeschichte" entsteht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2005

Paul Jandl ist nicht klar, was dieses Buch bedeuten soll. Erwin Einziger habe einen Roman über die Unterhaltungsmusik des 20. Jahrhunderts geschrieben, in dem er Geschichten und Anekdoten der Popkultur verbrate, erfahren wir aus der Rezension. Und zwar vornehmlich, indem er sie in willkürlichen Assoziationsketten aneinanderreihe, was sich im Endeffekt wie ein Roman lesen solle. Doch kann Jandl sich weder mit Einzingers "sich rasch abnützender Methode" anfreunden, noch den Informationen, die das Werk bereitstellt, viel abgewinnen, denn die episodenhaften Stücke "rauschen mehr und mehr unter der Aufmerksamkeitsschwelle durch". Belanglos, bar jeder Theorie oder Poesie, lässt Einzingers über fünfhundert Seiten umfassendes "Panorama der Bagatellen" den Rezensenten kalt.
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