Gerhard Henschel

Der dreizehnte Beatle

Roman
Cover: Der dreizehnte Beatle
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783455031720
Gebunden, 206 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Der große Wunschtraum aller Beatles-Fans wird wahr: Ein kleines nachträgliches Wunder verhindert, dass sich John Lennon und Yoko Ono kennen lernen. Doch der Preis für die Korrektur ist viel zu hoch - jedenfalls für einen Beatles-Fan. Anfang November 1966 trifft ein junger Zeitreisender aus dem 21. Jahrhundert in London ein. Er nennt sich Billy Shears, und er kommt in geheimer Mission: Als glühender Beatles-Anhänger will er die erste Begegnung zwischen John Lennon und Yoko Ono verhindern. Ohne Yoko, davon ist er überzeugt, würden die Beatles noch heute durch überfüllte Stadien touren. Doch zu Billy Shears? Entsetzen nimmt die Popmusikgeschichte durch sein Eingreifen eine unvorhergesehene Wendung zum Schlimmsten. Während er verzweifelt die alte Ordnung wiederherzustellen versucht, begegnet er unter anderen Jimi Hendrix, Marianne Faithfull, David Bowie, Janis Joplin, Leonard Cohen, Jim Morrison, Eric Burdon und Eric Clapton. Dann verdichten sich im Sommer der Liebe plötzlich die Vorzeichen einer weiteren Schicksalswendung ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2005

Rezensent Edo Reents ist begeistert von diesem "komischen und sentimentalen" Buch. Reents zufolge schickt der Autor darin seinen Helden per Zeitreise in den November 1966: als die Beatles noch zusammen waren und John Lennon noch nichts von Yoko Ono gehört hatte. Zum Ausgangspunkt des Roman wird aus Sicht des Rezensenten die Frage, wie sich die Geschichte der Band entwickelt hätte, wenn sie sich 1970 nicht getrennt hätte: Hätten sie noch weitere 23 Alben herausgebracht? Was für Reents die Qualität des Romans ausmacht, ist besonders die Art, wie Autor Gerhard Henschel darin der Frage nachgeht, wie ein von Drogen und Ausschweifungen geprägtes Milieu zum Nährboden für legendäre Popmusik werden konnte. Sympathisch ist dem Rezensenten auch der zeitreisende Held des Romans, eine von Selbstironie geprägte "verkrachte Existenz mit erheblichen Nehmerqualitäten". Die unterschiedlichsten Exemplare der Poparistokratie, denen Henschels Held begegnet, machen das Buch für den Rezensenten immer wieder zum Fest. Und was wird aus den ersehnten 23 Beatles-Alben? In Henschels Version der Geschichte jedenfalls komme es am Ende nicht mal mehr zu "Sgt. Pepper".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005

Stephan Maus lässt kein gutes Haar an Gerhard Henschels Swinging-Sixties-Satire "Der dreizehnte Beatle". Für Maus ist das keine Satire, sondern nur "lächerliches Pop-Pidgin", bestehend aus "dösig kalauernden Sätzen". Das ist hart. Sprachlich also liegt nach Ansicht des Kritikers nicht nur manches, sondern so gut wie alles im Argen, und von der Handlung her hapert es auch gewaltig. Eine Endlosschleife der immer gleichen blöden Ulkereien ist das, so Maus, die nicht vergnüglicher dadurch werden, dass ab und an John Lennon und Yoko Ono auftreten oder Jimi Hendrix als "Gitarrengott" bezeichnet wird - so in etwa das Fazit des aufgebrachten Rezensenten. Denn eigentlich hält Maus seinen Autor für einen Guten, vermerkt auch noch einmal ausdrücklich die Güte der Vorgängerromane "Die Liebenden" und "Kindheitsroman". Dem "Dreizehnten Beatle" jedoch wünscht er ausdrücklich alles Schlechte. Der Ton des Romans klingt in seinen Ohren, "als würde Thomas Manns unverkennbarer dreiviertelironischer Schmunzel-Sound von unserem zauberhaften Stefan Raab neu abgemischt". Das ist vielleicht nicht recht verständlich, aber deutlich ist es allemal.

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