Mit 300 Triton-Abbildungen. Bildlegenden deutsch-englisch. Herausgegeben von Roland Scotti und dem Kirchner Museum Davos, mit einem kommentierten Werkverzeichnis der heute bekannten Fotografien von Ernst Ludwig Kirchner. Die Fotografien entstanden in den Jahren 1900 bis 1938. Der Betrachter erhält Einblick in eine vergangene Zeit und das Leben der Boheme sowie der künstlerischen Elite, aber auch - gerade in der Schweizer Zeit - einen Eindruck von der damaligen, noch unverbauten Alpenlandschaft, dem Leben der Alpbauern und der bäuerlichen Architektur. Zudem ist in zahlreichen Porträts Kirchners "ideale Gemeinschaft" präsent, darunter Alfred Döblin, Oskar Schlemmer, Hermann Scherer, Albert Müller, Theodor W. Bluth, Botho Graf u.v.a. Ein Teil der Sachfotografien gibt auch Auskunft über die künstlerische Arbeitsweise Kirchners, der die Dinge immer wieder neu arrangierte, um so zu Ergebnissen zu kommen, die er in ein malerisches Werk übertragen konnte. Das Buch enthält neben einem einführenden Text zahlreiche bisher unveröffentlichte Bilddokumente.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2006
Kirchners Fotografie, so eine Erkenntnis Gottfried Knapps nach der Sichtung dieses "lange erhofften" Bildbandes, ist nicht so sehr werkrelevant, dafür aber von hohem dokumentarischen Wert. Vor allem dem Menschen Kirchner "mit seinen ganz privaten Vorlieben und Obsessionen" ist der Rezensent hier begegnet, wenn er in den "eindringlichen Selbstbildnissen und den "wahrhaftigen Porträts der Bergbauern" auch mitunter den Expressionisten zu sehen meint. Kirchners Selbstporträts und die seiner Freunde und Nachbarn, findet Knapp, gehören in ihrer Direktheit und sachlichen Psychologie gar "zu den überzeugendsten Fotobildnissen des 20. Jahrhunderts".
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