Interviewer: Felicitas Hoppe. "Walter Höllerer war der erste Autor, den ich fotografierte. Aber nicht nur deshalb steht er in meinem Buch auf der ersten Seite, sondern weil ich ihm meine Existenz als Schriftstellerfotografin verdanke. Er holte mich 1964 ins Literarische Colloquium Berlin, und von da an war mein Umfeld das der Literatur." - So beschreibt Renate von Mangoldt den Beginn ihrer Arbeit als Autorenfotografin. Fünfzig Jahre hat sie als Zeitzeugin ihr künstliches Auge auf die Welt der Literatur gerichtet; längst haben sich ihre Schwarzweiß-Aufnahmen von Schriftstellern und Schriftstellerinnen dem visuellen Gedächtnis eingeschrieben. Nun ist ein Buch entstanden, ein Kaleidoskop von Bildern aus der Zeit von den 1960er Jahren bis heute: Porträts, Schnappschüsse, Gruppenaufnahmen, Veranstaltungsfotos - und im Mittelpunkt stehen immer die Literaturschaffenden. Es ist ein einzigartiges Archiv der deutschen Literatur.
Renate von Mangoldts Bildband mit Porträts von Autoren hat Ulf Erdmann Ziegler sichtlich gefallen, zumal er auch Porträts von sich darin entdeckt hat. Eingehend berichtet er über seine Begegnung mit der Fotografin und philosophiert über die entstandenen Fotos, die sich auch in dem Band finden. Ebenso eingehend berichtet er sodann von seiner Begegnung mit dem Fotografen Benjamin Katz. Gegen den Trend jüngerer Schriftsteller, Verlage mit privaten Fotos zu versorgen, möchte er auf die Kunstfertigkeit von spezialisierten Schriftstellerfotografen nicht verzichten. Denn, wie der vorliegende Band mit seinen Schwarz-Weiß-Fotografien von Schriftstellern aus den letzten fünf Jahrzehnten für den Rezensenten belegt: das Ergebnis spricht für sich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2013
Als Institution des Literaturbetriebs bezeichnet Hubert Spiegel Renate von Mangoldt, deren angenehm zurückhaltend ins Bild gesetzte Autorenfotografien aus 50 Jahren der Band versammelt, ein Gespräch mit der Fotografin und persönliche Erinnerungen inklusive. Dass es hier nicht einfach um 500 Porträts geht, sondern um ein halbes Jahrhundert Literaturgeschichte, macht Spiegel unmissverständlich deutlich. Und mehr noch: Sieht Grass hier nicht aus wie Peppone, Walser wie Jürgen Klopp? Spiegel staunt, wie nah Mangoldt ihren Motiven kommt, ohne distanzlos zu sein, wie unterhaltsam die Bilder wirken, ohne inszeniert zu sein.
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