In einem kleinen Essay über Ernst Cassirer anlässlich der im Meiner-Verlag herausgegebenen neuen Ausgabe des Philosophen geht Thomas Meyer im einzelnen auf den Band "Freiheit und Form" ein, dessen erste Ausgabe 1916 erschien. Er erklärt den Kontext der deutschen Debatten um "Kultur" und Zivilisation" im Ersten Weltkrieg und legt dar, wie Cassirer die deutsche Denktradition in einen europäischen Rahmen einbetten will. Am Beispiel von Luther und Fichte zeigt Meyer, wie er sie trotz ihres Antisemitismus in diesen Rahmen aufnimmt: "Solange er Luther und Fichte in eine Geschichte integrieren kann, die aufklärerisches, humanistisches Gedankengut stringent erzählt, sinken die negativen Momente zu Akzidentien herab." Für Meyer lohnt sich die Cassirer-Lektüre vor allem darum: Er zeigt, "dass in der Geistesgeschichte die Möglichkeit des Humanum" angelegt sei.
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