Die Frage nach dem Glück (Eudämonie) ist seit jeher eine den Menschen bewegende Grundfrage. Vorgestellt werden die verschiedenen Auffassungen im philosophischen, mythischen und dichterischen Denken des Abendlandes: von Homer und Aristoteles über Thomas von Aquin und Kant bis Nietzsche und Rilke. Das Buch thematisiert den Widerstreit von eudämonistischer Freiheit und Schicksal beziehungsweise Zufall und legt die durchgängige Verbindung von endlichem Glück, Liebe und Tod frei. Es bietet eine Entdeckungsreise durch die abendländische Geistesgeschichte am Leitfaden der Frage nach dem Glück als Sinn des Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2002
Albert von Schirnding zitiert eingangs einen Satz aus Freuds Schrift über "Das Unbehagen in der Kultur", wonach "die Absicht, dass der Mensch 'glücklich' sei, im Plan der 'Schöpfung' nicht enthalten" ist. Ein Satz, der laut Schirnding dazu geeignet ist, eine lange abendländische Reflexionsgeschichte über die Frage nach dem Glück der Sterblichen zusammenzufassen. Wolfgang Janke liefert nun mit seinem Buch einen großangelegten Überblick über diese Glückstheorien, den er laut Schirnding eine "Präzisierungsgeschichte" nennt, im wortwörtlichen Sinne von Präzision gleich "Abschneidung". Vor allem das scharfe Messer der Kantschen Kritik hat 2000 Jahre Glücksweisheit dahingesäbelt, erzählt der Rezensent. Gutsein und Glücklichsein schlossen sich seitdem aus. Das sehe Janke, der Philosophie als Lebenskunst betrachte, ganz anders: Die im Verlauf der Philosophiegeschichte abgeschnittenen Bezüge müssten eben wieder hergestellt werden, berichtet Schirnding, und zwar mit Hilfe des Begriffspaares "Adienz" und "Attinenz", das eine "unauflösliche Zweieinigkeit von Ich und Welt" beschwört. Glück resultiere nicht aus einer völlig selbstbestimmten Wahl, erläutert Schirnding, sondern aus einer Bejahung des auf uns Zukommenden: "wer's glaubt, wird glücklich", fügt der Rezensent etwas zweifelnd hinzu.
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