Erich Maletzke hat den Lebensweg des in Masuren geborenen Literaten nachgezeichnet. Dabei zeigt sich, dass fast alle über Siegfried Lenz veröffentlichten Lebensläufe zumindest teilweise umgeschrieben werden müssen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2006
Rundum glücklich ist Heinrich Detering mit Erich Maletzkes "biografischer Annäherung" an Siegfried Lenz, die er zugleich als "nützliche Einführung" in dessen Werk und seine Rezeptionsgeschichte betrachtet. Das auf "geduldigen Gesprächen" mit Lenz basierende Buch, das zum 80. Geburtstag des Schriftstellers erschienen ist, zeichnet sich für Deterings durch "persönlichen Nähe" zu seinem Gegenstand aus, ohne dass dabei die "kritische Distanz" verloren ginge. Beides präge das Porträt, das Maletzke zu Lenz' 80. Geburtstag verfasst habe. Als "knapp und anschaulich" lobt Detering die Schilderung von Herkunft und Aufstieg des Schriftstellers. "Überraschende Konturen" gewinnt das Porträt für ihn, wenn Maletzke von Lenz' Freundschaften mit Helmut Schmidt und seinem linken Antipoden Jochen Steffen, mit Günter Grass, und dem Kritiker Marcel Reich-Ranicki erzählt. Er bescheinigt dem Autor, einen differenzierten Blick auf Lenz' Werk zu werfen und neben lobenden Tönen auch kritische Töne anzustimmen. "So zurückhaltend Maletzke im Biografischen bleibt", befindet Detering, "so deutlich ist er im Urteil, darum ist auch sein Lob glaubwürdig".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2006
Im Großen und Ganzen ist Erich Maletzkes Biografie von Siegfried Lenz gelungen, meint Michael Braun. Er macht jedoch auch einige Abstriche: Zwar empfinde Maletzke große Sympathie für den diskreten Sozialdemokraten aus Masuren, doch hat er offenbar nicht viele wirklich neue biografische Informationen zu Tage fördern können. So beschränke Maletzke sich denn im Wesentlichen auf die Rekapitulierung der Werkgeschichte, informiert Braun. Die Zusammenfassungen von Lenz? Werken erscheinen ihm zwar "karg, aber meist verlässlich". Doch Maletzkes Feststellung, Lenz habe immer wieder Texte geschrieben, "die besser nicht geschrieben worden wären", irritiert den Rezensenten spürbar. Und wenn Maletzke notiert, bis zur "Deutschstunde" sei Lenz ein Schriftsteller der "'mittleren Güteklasse" gewesen, muss Braun einspringen und Lenz gegen seinen Biografen Schützenhilfe geben.
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