Mit einem Geleitwort von Marcel Reich-Ranicki. Die vorliegende Ausgabe mit mehr als 150 Geschichten versammelt erstmals sämtliche Erzählungen von Siegfried Lenz. Die berühmtesten unter ihnen - von "So zärtlich war Suleyken" über "Das Feuerschiff" und "Ein Kriegsende" bis hin zu den Reisebildern aus "Zaungast" - zählen längst zu den Juwelen deutscher Erzählliteratur. Darüber hinaus liefert dieser sorgfältig zusammengestellte Band anläßlich des 80. Geburtstages des großen deutschen Gegenwartsliteraten auch eine Fülle an bisher allein in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichten Erzählungen, die nun endlich in Buchform vorliegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2006
Für die Jugend von heute stammt der Schulbuchautor Siegfried Lenz zu Lebzeiten schon aus einer anderen Welt, konstatiert der Rezensent Hans-Ulrich Treichel. Der nun vorliegende "Vollziegel" mit sämtlichen 168 Erzählungen des Verfassers mag, wie Treichel einräumt, nicht als optimaler Gegenstand für den Erstzugang scheinen - im Grunde aber sei er auch dafür geeignet. Man müsse sich nur die besten der Erzählungen herauspicken, Treichel nennt, dem Vorwort von Marcel Reich-Ranicki folgend: "Das Feuerschiff", "Der Verzicht", "Die Phantasie" und "Ein Kriegsende". Gewiss haben vor allem die frühen Texte ihre Schwächen, eine gewisse symbolische Überdeutlichkeit nämlich, die sie nun freilich zu so beliebten Lesebuchtexten gemacht habe. Treichel empfiehlt - ohne nähere Angabe von literarischen Gründen - dennoch die Annäherung: Günstiger als in dieser Ausgabe jedenfalls sei ein derart umfangreiches Lebenswerk an Erzählungen kaum zu bekommen.
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