Erich Auerbach

Dante als Dichter der irdischen Welt

2. Auflage
Cover: Dante als Dichter der irdischen Welt
Walter de Gruyter Verlag, Berlin - New York 2001
ISBN 9783110170399
Broschiert, 237 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Kurt Flasch. Der Kulturhistoriker Erich Auerbach (1892-1957) zählt zu den bedeutendsten Kulturwissenschaftlern und Romanisten des 20. Jahrhunderts. Bereits 1929 erschien sein Buch zu Dante, das trotz des etwas komplizierten Titels einen runden Gesamtüberblick über das dichterische Schaffen des italienischen Nationaldichters gibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2002

Zwischen der Veröffentlichung des hier angezeigten Bandes im Jahr 1929 sowie des bekannteren Buches "Mimesis" aus dem Jahr 1946 liegt Auerbachs Emigration nach Princeton, hält Hanno Helbling fest, womit sich seiner Meinung nach auch ein Wechsel im Stilistischen beobachten lässt. Auerbach schrieb später nüchterner, behauptet der Rezensent. Um so mehr freut er sich über die Wiederveröffentlichung des 79 Jahre alten "Dante als Dichter der irdischen Welt", worin man die Bewunderung des Geisteswissenschaftlers für den von ihm behandelten Text noch so richtig heraushöre, schwärmt Helbling, zumal die Bewunderung einer genauen Textanalyse nicht im Wege gestanden habe. Auerbachs Hauptthesen seien bis heute gültig, bekundet Helbling seine Fachkenntnis. Daran ändere auch nichts, wenn Herausgeber Kurt Flasch in seinem Nachwort anmerke, dass Dante weniger "Thomaner" war als Auerbach vorgab; schließlich beruhe die "Divina Commedia" auf der Ordnungslehre der Scholastik, erinnert Helbling, und leitete literarisch einen Paradigmenwechsel ein. Wer sich heute mit Dantes Gesängen beschäftigen möchte, ist laut Helbling mit Auerbachs Interpretationen gut bedient.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2002

Ernst Osterkamp zeigt sich in seiner umfangreichen Rezension sehr beeindruckt von Erich Auerbachs "großem Dante-Buch". Osterkamp liest Auberbachs Werk als eine "große Ausfaltung" von Hegels Dante-Deutung. Danach entwerfe Dantes "Commedia" im Prozess der Jenseitswanderung ein Bild der irdischen Welt. Den Gegenstand des Werks bilde das irdische Leben in seinem ganzen Umfang und Inhalt. Das Dantesche Jenseits stelle damit eine Verewigung des Diesseits dar. Was Auerbach über Gegenstand, Aufbau und Sprache der "Commedia" zu sagen weiß, lässt sein Buch nach Ansicht Osterkamps "bis heute als Muster einer Einführung in Dantes Werk erscheinen". Da spielt es für Osterkamp auch keine Rolle, dass die Forschung in manchen Punkten heute einen Schritt weiter ist. "Jenseits von wissenschaftsgeschichtlichen Interessen" legt er Auerbachs Buch jedem Leser wärmstens ans Herz, zum einen wegen der "philologischen Akribie", die das Buch auszeichne, zum anderen, um sich an eine Sprachkultur zu erinnern, "die längst verschollen ist". Ein Lob geht auch an Kurt Flaschs "instruktives Nachwort", das Auerbachs Werk in den Kontext seiner Zeit einordnet.
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