Mit zwei Porträt-Holzschnitten von Christian Thanhäuser und weiteren Abbildungen. Walter Benjamin, den Hannah Arendt als den "bedeutendsten Kritiker" seiner Zeit bezeichnete, war auch ein passionierter Leser und Büchersammler. Aufgrund seiner erzwungenen Emigration und Flucht muss seine Bibliothek heute zum größten Teil als verschollen gelten. Es ist daher eine kleine Sensation, wenn nun ein Exemplar aus dieser Büchersammlung wieder aufgetaucht ist; und zwar nicht irgendein Buch, sondern die Dante-Arbeit von Erich Auerbach. Benjamin hat in diesem Exemplar Randnotizen angebracht, und so können wir ihm quasi über die Schultern schauen bei seiner Lektüre dieses ingeniösen Buches, das ihn zu bemerkenswerten Reflexionen, etwa zum Begriff der Mimesis oder der Esoterik, inspiriert hat.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.12.2022
Das ist mal ein Fund, den der Philosoph Stephan Grotz in einem Antiquariat machte: Dort erstand er eine Erstausgabe von Erich Auerbachs "Dante als Dichter der irdischen Welt", die nicht nur Widmung des Autors für Walter Benjamin enthielt, sondern auch die Anmerkungen Benjamins bei der Lektüre, erzählt Rezensent Michael Opitz. Noch eindrucksvoller wird der Fund, wenn man weiß, dass Benjamins geliebte Bibliothek nach seiner Flucht vor den Nazis in alle Winde verstreut wurde und als verschollen gilt. Grotz deutet Opitz "kenntnisreich", wie Benjamin las - immer vom Kleinen, Unscheinbaren aufs Große schließend. Der Rezensent nimmt es dankbar an.
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