Eric Olin Wright

Reale Utopien

Wege aus dem Kapitalismus
Cover: Reale Utopien
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518297926
Taschenbuch, 530 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Max Henninger. Mit einem Nachwort von Michael Brie. Wie weiter mit dem Kapitalismus, jener Gesellschaftsordnung, von der viele meinen, sie sei zerstörerisch für Mensch und Umwelt? Gibt es vielleicht einen Ausweg aus der, zumal nach dem Scheitern der sozialistischen Gegenentwürfe, vielfach als "alternativlos" apostrophierten Situation? Der amerikanische Soziologe Erik O. Wright entwickelt in diesem nun endlich auf Deutsch vorliegenden Werk neue analytische Grundlagen, um die Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus anzuleiten. Seine Kernidee ist es, die Dominanz des Kapitalismus dadurch zu brechen, dass innerhalb des bestehenden Systems konkrete emanzipatorische Alternativen aufgebaut werden, die die Welt, so wie sie sein könnte, aufscheinen lassen und vorwegnehmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.04.2017

Rezensentin Annette Jensen hat Erik Olin Wrights Studie "Reale Utopien" mit gemischten Gefühlen gelesen. Dass der amerikanische Soziologe die hier vorgestellten Ansätze zur Überwindung des Kapitalismus dem Sammelbegriff "Sozialismus" unterordnet, findet die Kritikerin missverständlich, streckenweise erscheint ihr Wrights Analyse der Rolle des Staates und der aktuellen Dominanz der Wirtschaft gegenüber der Gesellschaft auch ziemlich "ermüdend". Gespannt liest sie hingegen die konkreten Beispiele des Autors, der etwa darlegt, wie Henry Ford auf eine Rückrufaktion des defekten Modells "Pinto" verzichtete, da Schadensersatzzahlungen für Tote und Verletzte billiger seien als die Nachrüstung des Wagens. Zugleich muss Jensen allerdings feststellen, dass viele der von Wright genannten Vorgehensweisen von Alternativbewegungen bereits bekannt sind. Darüber hinaus vermisst sie in dem bereits 2010 erschienenen und für die deutsche Übersetzung leider nicht aktualisierten Buch unter anderem die Erwähnung von Elinor Ostroms "Commons-Ansätzen". Wrights Überlegungen zu verschiedenen Experimenten zur gesellschaftlichen Selbstermächtigung findet die Kritikerin allerdings überzeugend.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.04.2017

Rezensentin Annette Jensen hat Erik Olin Wrights Studie "Reale Utopien" mit gemischten Gefühlen gelesen. Dass der amerikanische Soziologe die hier vorgestellten Ansätze zur Überwindung des Kapitalismus dem Sammelbegriff "Sozialismus" unterordnet, findet die Kritikerin missverständlich, streckenweise erscheint ihr Wrights Analyse der Rolle des Staates und der aktuellen Dominanz der Wirtschaft gegenüber der Gesellschaft auch ziemlich "ermüdend". Gespannt liest sie hingegen die konkreten Beispiele des Autors, der etwa darlegt, wie Henry Ford auf eine Rückrufaktion des defekten Modells "Pinto" verzichtete, da Schadensersatzzahlungen für Tote und Verletzte billiger seien als die Nachrüstung des Wagens. Zugleich muss Jensen allerdings feststellen, dass viele der von Wright genannten Vorgehensweisen von Alternativbewegungen bereits bekannt sind. Darüber hinaus vermisst sie in dem bereits 2010 erschienenen und für die deutsche Übersetzung leider nicht aktualisierten Buch unter anderem die Erwähnung von Elinor Ostroms "Commons-Ansätzen". Wrights Überlegungen zu verschiedenen Experimenten zur gesellschaftlichen Selbstermächtigung findet die Kritikerin allerdings überzeugend.