Aus dem kanadischen Französisch von Sina de Malafosse. Im flirrenden Kairo der 1980er-Jahre scheint der Weg eines jungen Arztes vorgezeichnet. Unter den strengen Blicken der Familie führt Tarek die prestigeträchtige Praxis seines verstorbenen Vaters weiter. Als er eine Ambulanz in einem Armenviertel eröffnet, fühlt es sich wie ein Befreiungsschlag an. Dort begegnet er Ali, einem jungen Mann aus dem Quartier. Ihre Freundschaft ist so überraschend wie kompromisslos. Wie kann jemand, der so wenig besitzt, ihm, der alles zu haben scheint, so viel geben? Ein Wind der Freiheit wird Tareks Gewissheiten aufwühlen und sein Leben umwerfen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.03.2025
Als ein reichhaltiges, eindrucksvolles Buch beschreibt Rezensent Dirk Fuhrig Éric Chacours Roman. Dieser erzählt, lesen wir, eine Familiengeschichte aus Ägypten, die Hauptfiguren sind koptische Christen, im Zentrum steht der Vater des Erzählers, der die Familie, noch bevor er von der Existenz seines Sohnes wusste, verlassen hatte. Und zwar, nachdem seine homosexuelle Beziehung zu einem Mann aus ärmeren Verhältnissen bekannt geworden war, was in der Folge viele Verwicklungen nach sich zieht in diesem Buch, das laut Fuhrig mehrere Jahrzehnte umfasst, von den 1960er bis in die frühen 2000er. Ganz besonders gefällt dem Rezensenten die Sprache und die geschickte Erzählstruktur des Buches, tatsächlich ist es in Du-Form verfasst, der Erzähler rekonstruiert die schwule Liebesgeschichte seines Vaters in Briefform. Dabei wird vieles nur angedeutet, aber es fügt sich zu einem reichhaltigen Bild auch der ägyptischen Gesellschaft zusammen. Fazit: rundum toll, findet Fuhrig.
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