Aus dem Englischen von Paulina Abzieher und Hans-Christian Oeser. Er ist ein einfacher Mann, ein Jedermann, der auf Lampedusa lebt, sich um seine Familie sorgt und erst im Strudel der Ereignisse zum Handelnden und Retter wird. Doch dieses Buch ist mehr als die Geschichte einer Rettung, es beschreibt den grundlegenden Wandel vom passiven Zeitgenossen zum engagierten Zeitzeugen. Eindrücklicher, ergreifender und erschütternder ist noch nie über die große Tragödie unserer Zeit, das fortdauernde Sterben im Mittelmeer, geschrieben worden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2017
Ursula Scheer erkennt die Schwierigkeit, einem Flüchtlingsretter eine Stimme zu geben, beim Lesen von Emma Jane Kirbys Buch. Wenn die Journalistin aus der Perspektive eines Optikers von der Rettung Schiffbrüchiger vor Lampedusa im Jahr 2013 erzählt und dafür auf ihre Radioreportage zurückgreift, findet Scheer die Figur in seinem Alltagssein auf einmal zu klein für die erzählerische Form. Einzig die kurzen Abschnitte, die die Rettung und die emotionale Überforderung der Figur des Optikers behandeln, haben für Scheer die ganze Dringlichkeit einer Erfahrung.
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