Gerade im Entstehungsprozess der Metaphysik treten Erfahrungen, Interessen und Probleme ungeschützter hervor als in der ausgebildeten Disziplin. Diese Formierung wird in Emil Angehrns Untersuchung über die drei Hauptstadien ? Vorsokratik, Platon und Aristoteles ? nachgezeichnet. Zwei leitende Fragerichtungen metaphysischen Denkens treten dabei hervor: die Suche nach dem Wesentlichen in den Dingen ? nach dem, was ihre Substanz, ihr Wesen, ihre Identität ausmacht ? und die Frage nach der Ordnung des Alls. Sofern Metaphysik auch für ein nachmetaphysisches Denken nicht einfach das beziehungslos Andere ist, bleibt die Aufhellung der Genese und der verdeckten Tiefenschicht der Metaphysik ein Weg zur Selbstaufklärung heutigen Denkens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2000
Das Buch, so erklärt Günter Figal, und die vom Autor
aufgeworfenen Fragen zur Metaphysik hätten ihre Berechtigung im
Diskurs philosophischer Selbstverständigung. Allerdings lässt uns
der Rezensent auch über seine Zweifel nicht im Unklaren: Die in
dem Buch vorgeschlagene geschichtsteleologische Sicht auf den
"Weg zur Metaphysik" und eine entsprechend einlinige
Interpretation der Vorsokratik wie auch Platons und Aristoteles`
erscheint ihm durchaus heikel. Dass Figal von diesem Buch
abschliessend dennoch als von einer "lesenswerten Einführung in
die klassische griechische Philosophie" sprechen kann, hat seinen
Grund vor allem in den "kleinen Fluchten" des Autors - Momente,
da er sich, wie Figal schreibt, "von seinen systematischen
Vorentscheidungen frei macht und den interpretierten Texten in
ihrer Komplexität folgt".
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