Else Lasker-Schüler

Prosa, Das Hebräerland

Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Band 5
Cover: Prosa, Das Hebräerland
Jüdischer Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783633541751
Gebunden, 580 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Dieses Buch ist das erzählerische Hauptwerk Else Lasker-Schülers aus der Zeit der Emigration. Die Spannung zwischen dem Exil in Zürich und der Hoffnung auf Jerusalem prägt dieses poetische Reisebild, in dem sich die Dichterin mit sensibler Eigenwilligkeit der Vielschichtigkeit des "Landes Israel", seiner Geschichte, seinen Landschaften, Religionen, Kulturen und Menschen nähert. Im Frühjahr 1934 reiste Else Lasker-Schüler von Zürich aus über Genua und Alexandria zum ersten Mal nach Palästina, wo sie Anfang April eintraf und bis Ende Mai blieb. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr in die Schweiz dürfte Else Lasker-Schüler sich entschlossen haben, die Eindrücke, die sie während ihres Aufenthaltes gewonnen hatte, literarisch zu gestalten. Im Frühjahr 1937 erschien "Das Hebräerland" dann bei Emil Oprecht in Zürich mit einem Frontispiz und acht Zeichnungen Else Lasker-Schülers. Neben dem Text und den Zeichnungen der Erstausgabe enthält dieser Band Sacherläuterungen und ein Glossar sowie umfangreiche Entwürfe zum "Hebräerland", die hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht werden und die - wie bei keinem anderen Werk der Dichterin - Einblick in ihre Schaffensweise geben. Mit den nun vorliegenden fünf Bänden der Ausgabe ist das ganze Werk Else Lasker-Schülers, mit Ausnahme der Briefe, in einer kritischen Edition zugänglich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2002

"Mein Hebräerland", so notiert Angelika Overath in einer kenntnisreichen Kritik, sei wohl das "merkwürdigste Buch" der Dichterin. Es basiert auf Reisen Lasker-Schülers nach Palästina in den schweren Jahren der Emigration, ist nach Auskunft der Rezensentin allerdings keineswegs als Reisebericht, sondern eher als ein poetischer Gegenentwurf zur Realität außerhalb, aber auch innerhalb Palästinas aufzufassen. Als ein Reich der Liebe will Lasker-Schüler das Land demnach schildern, in dem sich die Religionen versöhnen und es sich "nicht ziemt, (...) Zwietracht zu säen". Overath nennt es ein "Schönschreiben der harten Wirklichkeit" und spricht dennoch voller Respekt von dem "extremen poetischen Kraftakt", der nötig war, um dieses "messianische Gegenbild" hochzuhalten. Lobend geht Overath auf die Arbeit der Herausgeber des Bandes ein, der die Werkausgabe der Dichterin abschließt. Der eigentliche Text mache nur etwa ein Viertel aus. Der Rest sind Varianten, Notizen und ein nützliches Glossar.