Elnathan John

An einem Dienstag geboren

Roman
Cover: An einem Dienstag geboren
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017
ISBN 9783884235522
Gebunden, 250 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susann Urban. Dantala lebt mit anderen Kindern und Jugendlichen auf den Straßen von Bayan Layi, einer Kleinstadt im Norden Nigerias. Die Koranschule, auf die sein Vater ihn geschickt hat, hat er verlassen, um sich stattdessen einer Gang anzuschließen. Er stiehlt, um zu Essen und raucht Gras. Nachdem er und andere Straßenkinder im Zuge eines Wahlkampfs beauftragt werden, die Zentrale der oppositionellen Partei in Brand zu stecken und dieses Unterfangen desaströs schiefgeht, muss er fliehen. In Sokoto findet er in einer Moschee Zuflucht, Essen und in Sheikh Jamal einen Imam, der durch seine charismatische Persönlichkeit schnell zu seinem Mentor wird. Mit seinem besten Freund Jibril teilt Dantala sich nicht nur ein Zimmer, sondern auch den Drang, der Komplexität der politischen und religiösen Ereignisse um ihn herum eine Sprache zu geben. Die erste Liebe, dunkle Geheimnisse und die Frage nach persönlicher Loyalität gehören zum Alltag. Es ist eine brutale Welt, in der junge Menschen Verbrechen im Namen von Ideologien verüben, die sie nicht verstehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2017

Cornelius Wüllenkemper begibt sich mit dem nigerianischen Schriftsteller Elnathan John in dessen Heimat. Die Konsequenz, mit der der Autor einen düsteren Zirkel aus religiöser Unterdrückung, ethnischer Segregation und Gewalt anhand der Geschichte eines jungen Mannes nachzeichnet, findet der Rezensent bemerkenswert. Johns Text lässt Wüllenkemper ahnen, dass der Mensch des Menschen schlimmster Feind ist. Von Erlösung keine Spur, stellt er fest. Die vom Autor aufgeschriebene siebenjährige Leidensgeschichte macht kaum Hoffnung auf Frieden in der multiethnischen Gesellschaft Nigerias, so Wüllenkemper. Dass John den Hoffnungslosen eine Stimme verleiht, findet der Rezensent allerdings beeindruckend.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.10.2017

Rezensentin Gesa Steeger wünscht sich auch hierzulande größere Bekanntheit für den afrikanischen Autor Elnathan John, mit dem sie sich auf einen Kaffee getroffen hat. Gebannt hat sie den nun auch auf Deutsch vorliegenden Roman "An einem Dienstag geboren" gelesen, der ihr die Geschichte des jungen Nigerianers Dantala erzählt, der auf der Suche nach Zugehörigkeit und Religion in die Fänge von Boko Haram gerät. John, der selbst in einer christlichen Familie in Nigeria aufgewachsen ist, kennt die Form der Radikalisierung aus dem Bekannten- und Freundeskreis, erzählt die Kritikerin. Wie der Autor das "große Ganze" in einem Mikrokosmos zusammenschnurren lässt, findet Steeger bemerkenswert.
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