Der 11. September kann sich jederzeit wiederholen. Aber noch immer unterschätzt der Westen die Gefahr. Außer Machtgehabe und Säbelrasseln, den stumpfen Waffen von gestern, fällt ihm nichts ein. Der Krieg gegen den Terror ist ein hilfloser Selbstbetrug. Martialisches Gehabe und die ständige Beschwörung einer "Achse des Bösen" ändern nichts an den Ursachen für Selbstmordanschläge und islamistischen Terror. Der Kreuzzug gegen den islamischen Feind gaukelt eine Überlegenheit vor, die es nicht gibt. Und nicht zuletzt verschleiert er, dass der Terror ein Geschöpf amerikanischer Weltmachtpolitik der letzten dreißig Jahre ist. Der Westen ist mit seinem Latein am Ende. Er muss sich endlich einer unbequemen Wahrheit stellen: Militärisch kann der Terrorismus nicht besiegt werden, nur ein wirklicher Dialog der Kulturen führt aus der Sackgasse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.09.2002
Den Titel findet Pitt von Bebenburg zwar etwas reißerisch, doch das Buch über islamistischen Terror beeindruckt ihn durch seine differenzierte Darstellung und seine "plausiblen Schlüsse". Der Rezensent zeigt sich von den Informationen, die der Autor über die Verbindungen zwischen den verschiedenen Terrorgruppen zusammengetragen hat sowohl erschreckt wie in den Bann gezogen, und er ist "frappiert" über die Vorwürfe, die der Autor gegen die Vorgehensweise des Westens bei der Terrorbekämpfung erhebt. Theveßen argumentiert nämlich, dass die Anschläge vom 11. September durchaus nicht so überraschend waren, wie es später dargestellt wurde, sondern dass es Anzeichen und Warnungen genug gab. Dieses Buch wendet sich an diejenigen Leser, die "es genau wissen wollen", lobt der Rezensent.
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