Österreich diente zwischen 1933 und 1938 als Refugium für deutsche Emigranten. Die katholische und konservative Emigration fand im "Ständestaat" eine kongeniale Operationsbasis vor. Reich und Stände dienten als programmatische Integrationsklammern für die kurzzeitige Zusammenarbeit von katholisch-konservativen und konservativ-revolutionären Emigranten. Weil sich die Ideen zum Teil mit österreichischen konservativen Denkmustern vermengten, gelang es mehreren politischen Emigranten, in der publizistischen Landschaft des "Ständestaates" eine bedeutsame Rolle zu spielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2007
Konservative und katholische Emigranten aus dem Dritten Reich wählten bevorzugt das konservative Österreich als Ort ihres Exils. Viele von ihnen suchten dabei die Nähe zur Politik, ja, strebten sogar nach Einfluss auf die Entwicklung des politischen Systems. Die Vorstellungen reichten dabei von einer Wiederherstellung des Heiligen Römischen Reichs bis zur Wiedereinsetzung des Habsburgischen Herrschergeschlechts. Freilich war die Gruppe der Emigranten nicht einheitlich. Manche der einstigen NSDAP-Renegaten suchten beim sich abzeichnenden Erfolg Hitlers die Versöhnung mit dem Nazi-Regime. Der Rezensent Franz-Josef Kos beschränkt sich weitgehend aufs Referat, stellt am Ende aber fest, dass die Autorin mit diesem Band eine "wichtige Lücke in der Forschung" schließt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…