Aus dem Amerikanischen von Christel Dormagen. Eine sonderbare Art von Seligkeit empfindet die 39jährige Constance Fenimore Woolson, Großnichte von James Fenimore Cooper und beliebte amerikanische Autorin, als sie sich im Winter 1879 im Hafen von New York nach Europa einschifft. Bis vor kurzem hat sie ihre Mutter gepflegt und mit dem Geld, das sie mit ihren Kurzgeschichten verdient, ihre Familie unterstützt. Nun ist sie frei. Frei für eine Zukunft, in der sie schreiben und Liebhaber haben, aber nie heiraten will. In der Tasche hat sie ein Empfehlungsschreiben an den berühmten Schriftsteller Henry James. Ihn, ihr großes Idol, wird sie endlich kennenlernen. Das erhofft sie sich, als sie im vereisten Liverpool an Land geht.Das schillernde Verhältnis zwischen Constance Fenimore Woolson und Henry James und das tragische Ende der Schriftstellerin in Venedig hat in der Literatur immer wieder Anlass zu Spekulationen gegeben. War es mehr als eine platonische Liebe?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2008
Die früh verstorbene Elizabeth Maguire erzählt hier die Geschichte der Freundschaft zwischen der beim Publikum beliebten, in der Literaturgeschichte freilich eher marginalen Autorin Constance Fenimore Woolson und dem zu Lebzeiten und bis heute hoch berühmten Schriftsteller Henry James. Im Jahr 1880 lernen sie sich kennen, das Verhältnis ist eng, kühlt aber ab, als Fenimore ihren Freund Harry allzu direkt auf seine Homosexualität anspricht. Überhaupt, stellt der Rezensent Paul Ingendaay fest, sieht James in diesem Roman, der darin der Wirklichkeit treu bleibt, nicht sonderlich gut aus. So schreibt er über die Bücher der Freundin mit ziemlicher Herablassung. Und Elizabeth Maguire lässt Fenimore, ohne dass, so Ingendaay, eine Abrechnung mit Henry James daraus wird, Gerechtigkeit widerfahren. Der Rezensent hat den Roman gerne gelesen und lobt insbesondere die "knappen, impressionistischen Bilder", in denen die Autorin die fiktiven Szenen aus dem Leben von James und Fenimore entfaltet.
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