Henry James

Die Drehung der Schraube

Novelle
Cover: Die Drehung der Schraube
Manesse Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783717523307
Gebunden, 300 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ingrid Rein. Zwei engelsgleiche Zöglinge, ein märchenhaft schönes Landhaus für eine junge Erzieherin scheint sich gleich die erste Anstellung als glückliche Wahl zu erweisen. Einzig ein Mann und eine Frau, die sich ihr mehrfach auf mysteriöse Weise zeigen, um kurz darauf wieder zu verschwinden, trüben die Unbeschwertheit und nähren ihre Zweifel: Warum wurde Miles ein doch offenbar braver Junge der Schule verwiesen? Weiß die kleine Flora mehr als sie zugibt? Sind Liebreiz und Unschuld der beiden Kinder nur Fassade? Und warum verweigert der Dienstherr, der charmante Onkel der Zöglinge, jede Hilfe? Dem Leser als staunendem Zeugen des Geschehens stellt sich schon bald eine ganz andere Frage: die nach der Verlässlichkeit der Erzieherin und Erzählerin der vorliegenden Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2011

Mit Freuden hat Rezensentin Angela Schader sich an dieser von Henry James selbst zum "Amusette für Blasierte" erklärten Novelle die Zähne ausgebissen. Denn auch nach diversen Deutungsversuchen bleibe die perfekt konstruierte Erzählung "Die Drehung der Schraube" "unauslotbar". Für Schader liegt das nicht nur an der undurchschaubaren Rahmenhandlung, sondern auch an der Zurücknahme jeglicher äußerlicher Effekte - gerade dadurch entfalte der rätselhafte Text aber seine unheimliche Wirkung. James schildert die gespenstischen Erlebnisse einer Gouvernante, die in ein abgelegenes Landhaus abberufen wird, um zwei hochbegabte, "engelhaft" schöne, verwaiste Geschwister aufzuziehen. Die Gouvernante lässt sich trotz zahlreicher ungeklärter Mordfälle in dem Haus von der unschuldigen Schönheit der Kinder blenden - auch, als das Mädchen in einem Fieberwahn einen wenig altersgemäßen, deftigen Wortschatz offenbart. Die Rezensentin liest die Erzählung als Kritik an einem "Idealbild des unschuldigen Kindes", welches alle finsteren Neugierden und Erfahrungen in jugendlichen Seelen verleugnet.
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