Elizabeth Gaskell

Frauen und Töchter

Roman
Cover: Frauen und Töchter
Manesse Verlag, Zürich 1997
ISBN 9783717582328
Gebunden, 872 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Neuauflage. Aus dem Englischen von Andrea Ott. Mit einem Nachwort von Alice Reinhard-Stocker. "Wives and Daughters" ist Elizabeth Gaskells letzter Roman, verfasst auf der Höhe ihrer Meisterschaft. Die Autorin schuf damit ein kolossales Zeit- und Gesellschaftspanorama, angesiedelt am Vorabend der industriellen Revolution. Die "feudalen Gefühle", heute noch intakt, sind morgen schon passé. Selbst im hintersten Winkel Englands zeichnen sich allmählich Änderungen der sozialen Verhältnisse ab, und mit ihnen werden sich die Bedingungen menschlichen Zusammenlebens grundlegend ändern. Der bezeichnende Untertitel des Buchs lautet "Eine alltägliche Geschichte", und nichts könnte alltäglicher sein als das liebe Geld. Finanzielle Zwänge und Kalamitäten werden ebenso wenig ausgespart wie die Erkenntnis, daß Unabhängigkeit zuvorderst ein Privileg der Besitzenden ist.
In diese Gesamtperspektive organisch eingebunden, finden sich in "Frauen und Töchter" die unterschiedlichsten weiblichen Lebensentwürfe und Wunschbilder. Diese ergänzen, variieren oder kontrastieren ihrerseits die individuelle Emanzipationsgeschichte der Romanheldin, dem gesitteten Mädchen Molly Gibson, das zur selbstbewußten jungen Frau heranreift.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Mit Witz und Charme bekommt Rezensent Tobias Döring die eher unspektakulären Aufregungen des viktorianischen Landlebens in diesem Roman von Elizabeth Gaskell vermittelt. Detailreich und behutsam scheint ihm die Autorin vom Schicksal der Landarzt-Tochter Molly und ihren Herzenswirren zu erzählen. Wirklich wunderbar findet der Rezensent den Umstand, dass ihm die Geschichte bei aller Anteilnahme doch so viel Distanz gewährt, dass er Verstand und Vorstellungskraft gebrauchen muss (etwa um das Ende des Fragments zu imaginieren). Höchste Zeit für eine deutsche Gesamtausgabe dieser Meisterin der Herzens- und Gesellschaftsanalyse, findet Döring.
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