Charlotte Bronte

Jane Eyre

Roman
Cover: Jane Eyre
Manesse Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783717519645
Gebunden, 782 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andres Ott. Mit einem Nachwort von Elfi Bettinger. Die phantastische "Autobiographie" der unter männlichem Pseudonym publizierenden Pfarrerstochter war bei ihrem Erscheinen 1847 ein durchschlagender Erfolg. Als das Geheimnis gelüftet wurde - nämlich dass das Werk aus der Feder einer Frau stammt -, sah sich die Autorin rasch mit Vorwürfen der Anstößigkeit konfrontiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.05.2001

Bei dem Roman "Jane Eyre" handelt es sich nicht um eine Neuerscheinung, sondern um die Neuübersetzung eines Romans aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dass Hannelore Schlaffer, die über die Neuübersetzung von Andrea Ott kein Wort verliert, dem Roman eine ausführliche Rezension widmet, hängt wohl damit zusammen, dass er seit seinem Erscheinen ein Dauerbrenner ist und, wie die Rezensentin formuliert, "zu einem der Hauptwerke der feministischen Interpretationskunst und zur bevorzugten Lektüre emanzipationswilliger Frauen geworden" ist. Diese Tatsache hat für Schlaffer wohl Erklärungsbedarf, denn die Lebensgeschichte der Jane Eyre strotzt, wie sie zugibt, vor Klischees aus dem Trivial- und Schauerroman des 19. Jahrhunderts. Charlotte Bronte könne sich jedoch, erklärt die Rezensentin, "das ganze Ensemble abgegriffener Effekte leisten, weil sie zwei originäre Charaktere erfindet: Jane Eyre und Eduard Rochester". Der Kampf Jane Eyres mit sich selbst und mit Rochester sei faszinierend und lasse den unglaubwürdigen Kontext vergessen, findet Schlaffer. Die Ich-Erzählung sei keine Beichte, sondern eine Selbsterforschung, die Selbstkasteiung der Heldin gebiete ihr das Selbstbewusstsein, nicht das Gewissen, und die "penetrante Selbstgerechtigkeit" dieser "unsympathischen und unschönen Heldin" müsse man ihr nachsehen, denn nur so entgeht die Geschichte der Rührseligkeit, erläutert Schlaffer. Darüber hinaus sei dies die einzige Möglichkeit, die "absolute Wahrhaftigkeit" Eyres zu veranschaulichen. Natürlich sei es unangemessen, die "Unausgeglichenheit des Erzählens" zu kritisieren. Na, wenn das so ist, müssen wir wohl glauben, dass es sich bei diesem Roman nur scheinbar um Trivialliteratur handelt.
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