Elise Julien, Mareike König

Verfeindung und Verflechtung - Deutschland und Frankreich 1870-1918

Deutsch-Französische Geschichte, Band VII
Cover: Verfeindung und Verflechtung - Deutschland und Frankreich 1870-1918
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2019
ISBN 9783534147052
Gebunden, 434 Seiten, 69,90 EUR

Klappentext

Zwischen 1870 und 1918 spannt sich das Panorama des Bandes: Nicht die politischen Differenzen, die nach dem Krieg von 1870/71 fortbestanden, stehen im Zentrum der Darstellung, sondern die Verbindungen und der Austausch zwischen Frankreich und dem Deutschen Kaiserreich. Denn beide Länder waren am Ende des 19. Jahrhunderts mit vergleichbaren Herausforderungen der Moderne konfrontiert, auf die sie zum Teil ähnlich, zum Teil verschieden reagierten. Der Erste Weltkrieg rückte die nationalen Antagonismen erneut in den Vordergrund. Die Gesellschaften durchliefen zwar gemeinsame Erfahrungen, das Erlebte wurde jedoch unterschiedlich interpretiert. Dabei gewann der deutsch-französische Konflikt links wie rechts des Rheins wieder an Bedeutung. Schwerpunkte des Bandes sind neben den beiden Kriegen die Besonderheit Elsass-Lothringens als Grenzraum, die Erfahrung mit den Kolonialimperien und der aufkommende Antisemitismus in beiden Ländern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2020

Hedwig Richter lernt mit dem Buch der Historikerinnen Mareike König und Elise Julien, dass Nationalgeschichten und ihr Vergleich untereinander wichtig bleibt, um die Gegenwart zu verstehen. Die deutsch-französische Geschichte zwischen 1870 und 1918 erzählen die beiden Autorinnen laut Richter mit "überraschenden Perspektiven" als "beeindruckenden Überblick". Die Rezensentin folgt der chronologischen Darstellung, um sodann in die Schwerpunkte Elsass-Lothringen, Antisemitismus und Kolonialismus und Krieg einzutauchen. Wie die Autorinnen über den aktuellen Forschungsstand und französische und deutsche historiografische Besonderheiten informieren und nüchtern eine Fülle an Wissen und Analysen anbieten, findet Richter außergewöhnlich. Ein an Einsichten (etwa über die Unzulänglichkeit nationaler Historiografie) reiches Buch, meint Richter.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2019

Dem Kritiker Clemens Klünemann zufolge haben die beiden Historikerinnen Mareike König und Elise Julien ihren Anspruch, das Klischee von der "Erbfeindschaft" zwischen Deutschland und Frankreich durch eine differenzierte Analyse von gegenseitiger Einflussnahme, Gemeinsamkeiten und Unterschieden abzulösen, auch in ihrem siebten Band zum deutsch-französischen Verhältnis hervorragend verwirklicht. Indem sie zeigen, dass zwischen 1870 und 1918 nicht nur zwei deutsch-französische Kriege, sondern auch diverse fruchtbare Interaktionen und parallele Entwicklungen stattfanden, schreiben sie "gegen den Determinismus in der Geschichte - und in der Geschichtsschreibung" an, lobt der beeindruckte Rezensent.

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