Diese einzigartige Gesamtdarstellung der Geschichte des grundlegenden demokratischen Entscheidungsinstrumentes blickt erstmals über den europäischen Horizont hinaus. Entstehung und Entwicklung der Mehrheitsentscheidung werden kultur- und epochenübergreifend von der Antike bis in die Neuzeit betrachtet. Historisch, politisch und anthropologisch befragt der Autor u.a. die Gesellschaften Griechenlands, Roms, Indiens, Israels, Islands danach, welche Rolle Mehrheitsentscheidungen in ihnen spielten, wie sie sich als Form der Beschlussfassung konstituierten und nach welchen Regularien sie vollzogen wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2013
Hedwig Richter ist gespaltener Meinung über Egon Flaigs Studie zur Lage moderner Gesellschaften ohne Majoritätsprinzip. Dass der Autor sauer ist auf Minderheiten mit Vetorecht, auf die Parlamente, auf Habermas, und er alles auf die antike Praxis der Mehrheitsentscheidung (Ursprung aller Demokratie!) setzt, ist für Richter das Eine. Das Andere aber ist, wie der Autor argumentiert. Monokausal, schlicht, meint Richter, die an den Fakten eigentlich nichts auszusetzen hat, bloß an der kulturpessimistischen Stoßrichtung des Buches. Über Dinge, wie über die Bedeutung von Akustik und Architektur für eine Volksversammlung, über antike Debattenkultur und ihre performativen Details lernt Richter bei Flaig eine Menge. Hätte der Autor nicht ganz so sehr auf der Vorbildfunktion der Antike für die Neuzeit beharrt und die Andersartigkeit moderner Gesellschaften stärker in Betracht gezogen, Richter wäre glücklich geworden mit diesem Buch.
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