Aus dem Englischen von Klaus Fritz. Die Alternativmedizin boomt. Immer mehr Menschen verlassen sich auf die Kräfte sanfter Therapien: sei es klassische Homöopathie oder Traditionelle Chinesische Medizin, seien es heilkräftige Steine oder Sauerstofftherapien. Mit diesem Werk, das Bestsellerautor Simon Singh gemeinsam mit dem weltweit ersten Professor für Alternativmedizin, Edzard Ernst, geschrieben hat, können sich auch Laien ein Urteil über die verschiedenen Wege der Naturheilkunde bilden. Singh und Ernst zeigen auf, welche Behandlungsmethoden helfen, welche nicht helfen und welche schaden. Ein Serviceteil am Ende des Buches präsentiert alle wichtigen Informationen über 37 alternative Heilverfahren.
Simon Singh und Edzard Ernst nehmen die Alternativmedizin hinsichtlich ihrer nachweisbaren Wirksamkeit unter die Lupe und kommen insgesamt zu einem "niederschmetternden Ergebnis", muss Wolfram Goertz konstatieren. Gerade Ernst, selbst Homöopath, gilt den Verfechtern alternativer Heilmethoden als Nestbeschmutzer, denn er stört sich daran, dass die Wirkung alternativer, also auch homöopathischer Medizin mit wissenschaftlichen Mitteln nicht nachweisbar ist, teilt der Rezensent mit. Auch wenn er einen süffisanten, verurteilenden Unterton gegenüber der Alternativmedizin in der Untersuchung wahrnimmt, muss er dennoch feststellen, dass die Belege, die die beiden Autoren anbringen, nicht von der Hand zu weisen sind. Und der heilige Zorn, den Singh und Ernst angesichts dubioser Heilmethoden ergreift, die aus Profitgründen Schwerkranken angeboten werden, scheint Goertz gut nachvollziehen zu können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2009
Wenn wir dem Rezensenten glauben wollen, ist das Besondere an diesem Buch die fachgemeinschaftliche Ignoranz der beiden Autoren und ihr unerschütterlicher Glaube an die randomisierte Doppelblindstudie (RCT). Gibt es zur evidenzbasierten Medizin überhaupt alternative Methoden? Nicht nach Meinung von Simon Singh und Edzard Ernst. Dass die Autoren konträre Ansichten, etwa zur Akupunktur und Homöopahie, gar nicht erst erwähnen und sie ihre eigene Beweisführung gern mal mit Totschlagargumenten stützen, Robert Jütte wundert's nicht.
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