Ein bewegendes Zeugnis von Mut und menschlicher Größe: die Tagebücher und Briefe eines jüdischen Mädchens, das dem Schicksal trotzte und mit viel Glück den Holocaust überlebt hat. In ihren Aufzeichnungen, die in mancher Hinsicht an das Tagebuch der Anne Frank erinnern, wechseln Glück und Verzweiflung, Hoffnung und Schmerz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2000
Elsbeth Pulver bespricht unter der Überschrift "Traumatisierte Kinderjahre" zwei autobiographische Bücher, die die Kindheit jüdischer Emigranten im holländischen Exil und im Lager thematisieren.
1) Jona Oberski: "Kinderjahre"
Jona Oberski, heute von Beruf Atomphysiker, wurde als Vierjähriger mit seinen Eltern aus Amsterdam nach Bergen-Belsen deportiert. Ihm gelingt es, schreibt Pulver, "unprätentiös" aber mit sprachlichem Feingefühl, das Erleben und Empfinden eines Kindes angesichts der brutalen Lager- und Erwachsenenwelt zu evozieren. Das Kind mißversteht viele Dinge und vor allem auch viele Wörter der wahnsinnigen Logik der Lagerwelt: so wird die Totenbaracke in der Phantasie der Kinder zum "Tropenhaus". Oberski hält bis fast zum Schluß auf eindringliche Weise die Perspektive des Kindes durch, lobt die Rezensentin,.
2) Edith Velmans-van Hessen: "Ich wollte immer glücklich sein"
Auch das Mädchen Edith van Hessen ist mit seinen Eltern nach Amsterdam geflohen, ihm bleibt jedoch das Schicksal der Deportation erspart. Es überlebt im Versteck einer holländischen Familie. Pulver hebt in ihrer Besprechung vor allem die Authentizität dieser Lebensbeschreibung hervor: Die nach dem Krieg nach Amerika emigierte Autorin kann sich auf ihr Tagebuch sowie auf die Briefe ihrer im Exil bzw in der Deportation umgekommenen Eltern stützen. Gerade die von soviel "Vitalität durchstrahlte Sprache" einer 15jährigen, die das Geschehende kaum zu begreifen scheint, stünden in eindrucksvollem Kontrast zu den Schrecken des Geschehens, resümiert die Rezensentin.
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