Seit über dreißig Jahren bereist Eckhart Nickel die ganze Welt und bietet hier die Summe seiner Reiselust. Dem detektivischen Blick des flanierenden Enthusiasten entgeht kein noch so kleines Detail, während sein bildungsbürgerlich geprägter Kopf das große Ganze im Blick behält. Eckhart Nickel verbindet stilistischen Feinsinn mit der Zurückhaltung eines Gentleman-Travellers, der die bereisten Orte und die Menschen, denen er begegnet, behutsam für sich selbst sprechen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.06.2021
Rezensent Michael Opitz empfiehlt Eckhart Nickels welt- und sprachgewandten Reiseknigge. Sehenswertes von Bangkok bis Naumburg, Wissenswertes über den Wert von Reisehandschuhen und namhaften Koffern sowie Grundsätzliches zum Sinn und Unsinn des Reisens erfährt Opitz vom Autor. Die Nonchalance und Dezenz der "stilistisch anspruchsvollen" Texte gefällt Opitz gut.
Eckhart Nickel ist vielleicht nicht mehr der Zeitgeist-Autor, als der er einmal galt, meint Rezensent Dirk Fuhrig, trotzdem ist er nicht ohne Sympathie für den Autor, der in seinem Buch Essays und Artikel (teilweise schon in Tageszeitungen erschienen) über das Reisen versammelt. Zwar sind Nickels Ausführungen beispielsweise über die erste ICE-Sprinter-Fahrt in den 90er Jahren, als es noch Raucherabteile gab, sicher nicht der letzte Schrei, so Fuhrig, und der geschraubte Stil "nervt oft" - von Titel-Unfällen wie "Saale per Pedale" für eine Fahrradtour durch Thüringen ganz zu schweigen. Auch philosophische Tiefe will der Rezensent, trotz Vorwort des Heidelberger Literatur-Professors Stefan Buck, nicht in Nickels Reiseberichte hineininterpretieren. Dennoch kann er sich hier und da über pointierte Beobachtungen oder "herrlich blasierte" Passagen freuen und findet es irgendwie erfrischend, wie wenig sich der Autor um seine Aktualität schert und zudem ganz ohne moralischen Zeigefinger auskommt, wenn er vom Dahinrauschen im Jetstream schwärmt.
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