Kerstin Ekman

Der Wald

Eine literarische Wanderung
Cover: Der Wald
Piper Verlag, München 2008
ISBN 9783492051422
Gebunden, 528 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Hedwig M. Binder. Es gab eine Zeit, in der der Wald vom Atlantik bis zu den Karpaten unseren ganzen Kontinent bedeckte. Der Wald ist ein Mythos, ein Natur- und Kulturraum, der einzigartig ist, unermesslich sein Reichtum an Sagen und Geschichten. Kerstin Ekmans lebenslange Beschäftigung mit dem Wald mündet in diesem gewaltigen Werk: Sie erzählt darin von der jahrtausendealten Begegnung zwischen Mensch und Wald, schreibt von Waldgeistern, Volksmärchen, Räubern, Wölfen und Dichtern. Ihre Betrachtungen reichen vom Mittelalter bis heute, von der Urbarmachung über das Jagen bis zum Wirtschaftsraum Wald. Kerstin Ekman streift durch die Kiefernwälder ihrer nordschwedischen Heimat, erzählt von der Heilkraft der Nadelbäume und dem Reichtum von Flora und Fauna.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2009

Für Uwe Stolzmann erweist sich Kerstin Ekman mit diesem Essay über den Wald als Naturphänomen und als literarischer Topos einmal mehr als überraschend und wandelbar. Die schwedische Autorin sei bereits als Krimiautorin und Verfasserin von Familiensagas hervorgetreten, nun erweise sie sich als echter "Waldmensch", der diesem gefürchteten und gefährdeten Gebiet eine Hommage enzyklopädischen Ausmaßes widme, so der Rezensent fasziniert. Gern folgt er ihr ins Dickicht ihrer zahllosen Abschweifungen, sei es zu einzelnen Waldkräutern, sei es zu literarischen Vorbildern und zeigt sich von diesem "Loblied und Streitschrift" vereinenden Buch sehr eingenommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2008

Immer wieder möchte Eberhard Rathgeb dieses Buch lesen, dem er eine Zukunft als Klassiker der Naturbeschreibung prophezeit. Von den Wanderungen der Autorin durch den Schwedischen Wald und die Schwedische Seele kann er gar nicht genug kriegen, von dem "wärmenden Gefühl", wenn er jagenden Männern und töpfernden Frauen begegnet und ihn die Autorin naturpolitisch und unsentimental zu einer Verbeugung vor dem Wald und seinen uralten Geschichten einlädt. Wie Kerstin Ekman das macht, hat Rathgebs uneingeschrängten Respekt. Verwundert steht er vor dem unangestrengten, erhebenden Stil des Textes, der ihn an Naturgeschichte a la Carl von Linne erinnert, und fragt sich, wie dieses Buch eine Sehnsucht zu wecken und sie zugleich zu stillen vermag, ohne dass man es für immer beiseite legen wird. Rathgeb erklärt sich den Zauber mit der von Ekman vermittelten Haltung zur Natur. Eine ganz besondere Form der Heimatkunde, staunt er, bei der auch handfeste Themen, wie Umweltschutz und Forstwirtschaft, nicht zu kurz kommen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.10.2008

Sylvia Staude erkennt in Kerstin Ekmans Buch eine ambitionierte Hommage an den Wald, kann sich aber eines gewissen Ärgers bei der Lektüre nicht erwehren. Die schwedische Autorin beklagt darin mit Verve die moderne Forstwirtschaft, die dem Wald die Vielfalt und die Geheimnisse ausgetrieben hat, um sich dann dem ursprünglichen Wald der Vergangenheit mit vielen Ausflügen in die überwiegend skandinavische Literatur zuzuwenden, erklärt die Rezensentin. Sie schwärmt von der stilistischen Brillanz, wenn Ekman vom blutigen Geschäft der Jagd oder den Tugenden der Fichte erzählt. Allerdings findet Staude es anstrengend, der Autorin bei all ihren Abschweifungen und Nebenerzählungen zu folgen. Richtig verstimmt ist sie darüber, dass ihr so viele vollkommen unbekannte Begriffe zugemutet werden, die sich mitunter nicht einmal durch selbständige Rechercheleistung aufklären lassen, wie sie ergrimmt berichtet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.08.2008

Als "einzigartige Huldigung an den Wald im Allgemeinen und den schwedischen Wald im Besonderen" hat Thomas Steinfeld dieses Buch von Kerstin Ekman gelesen, dem er den Aufmacher des Feuilletons widmet. In knapp hundert Essays hat die schwedische Autorin alle denkbaren Dimensionen des Waldes zusammengetragen, darunter Legenden, Informationen über Flora und Fauna, Erzählungen und vieles mehr. Fasziniert berichtet Steinfeld von dieser Enzyklopädie des Waldes mit all seinen Absonderlichkeiten und lobt besonders die ruhige Vortragsweise der Autorin, hinter der er jedoch ein deutliches Plädoyer erkennt. Der Wald sei zwar nicht im Verschwinden begriffen, unterliege aber einem grundlegenden Wandel, ausgelöst durch zunehmende industrielle Bewirtschaftung, referiert der Rezensent. Ekmans Buch wende sich gegen diese Transformation des Waldes zu einem modernen Industriebetrieb, der Heimat und Mythos zerstöre, so Steinfeld weiter, und unterstreiche die Bedeutung eines Waldes im "Naturzustand".
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