Klappentext
Deutschland in der Mitte Europas: 500 Jahre Ringen um Krieg und Frieden. Die deutsche Außenpolitik der Gegenwart steht in historischen Traditionen. Über Jahrhunderte war die Mitte Europas Ort der Auseinandersetzung um Frieden und Vormacht. Krieg und Gewalt waren - und sind - Teil dieser Geschichte. So wichtig eine verteidigungsfähige Bundeswehr ist, so wenig dürfen Außenpolitik und Diplomatie in den Hintergrund treten, wenn man dem Friedensgebot des Grundgesetzes gerecht werden will. Eckart Conze verbindet in seinem geschichtlichen Abriss das Streben nach Frieden mit der Gewalt des Krieges. In historischer Perspektive geht es um die Frage nach deutschen Interessen und der deutschen Rolle in Europa und der Welt.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 04.05.2026
Rezensent Otto Langels kann Eckart Conzes deprimierende Bestandsaufnahme über Kriege und Friedensbemühungen der letzten fünfhundert Jahre nur hinnehmen. Denn so ernüchternd die Bilanz, so unbestreitbar sind die Fakten, vermittelt Langels: auch nach dem Westfälischen Frieden von 1648, wo Conzes Buch einsetzt, und trotz zahlreicher Friedensbemühungen seitdem (zum Beispiel der Wiener Kongress, die Genfer Konvention, die Haager Konferenzen…) nehmen Kriege und Kriegsverbrechen, auch in Europa, kein Ende. Alle positiven "Erfolgserzählungen" von Verrechtlichung oder Demokratisierung verwirft der Marburger Historiker von vornherein und legt "überzeugend" das Gegenteil dar, lobt Langels. Dass Conzes Ansatz Kolonialkriege, Bürgerkriege und das tatsächliche Kriegsgeschehen zugunsten einer auf Deutschland und Europa fokussierenden Metaperspektive außen vor lässt, stellt der Kritiker zwar fest, aber nicht als besonders störend heraus. Für ihn eine "eindrucksvolle", detaillierte und "illusionslose" Darstellung der Kriegsgeschichte.
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