Douwe Draaisma

Wie wir träumen

Cover: Wie wir träumen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2015
ISBN 9783869711010
Gebunden, 320 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Manche Teile unseres Gehirns müssen wachen, während wir schlafen. Sie fangen an, seltsame Geschichten zu spinnen: Eine Prüfung muss wiederholt werden, die man schon vor Jahren bestanden hat. Man trifft Menschen, die nicht mehr leben. Plötzlich steht man nackt zwischen Kollegen, die sich darüber aber überhaupt nicht wundern. Oder man springt von einem steilen Felsen und kann wie ein Adler fliegen.
Viele dieser Geschichten lösen sich beim Erwachen in Luft auf und sind schnell vergessen. Oft jedoch werfen sie Fragen auf und beschäftigen einen noch tagelang: Warum muss man im Traum immer durch Examen fallen, die man im wahren Leben längst bestanden hat? Wie kommt es zu der peinlichen Vorstellung, plötzlich irgendwo nackt herumzustehen? Weshalb träumt man, dass man fliegen kann?
Auch Douwe Draaisma beschäftigte die Frage, was Träume bedeuten, ob sie etwas über den Träumenden aussagen, ja ob man sie vielleicht sogar steuern kann. Er durchstöberte ganze Bibliotheken von Schlaf- und Traumforschern, von Psychologen und Neurologen. Und stieß dabei auf immer noch spannendere Themen: Wie träumen eigentlich Blinde? Träumen wir in Farbe oder in Schwarz-Weiß? Wie kommt es, dass man im Traum manchmal genau weiß, dass man träumt? In "Wie wir träumen" liefert Douwe Draaisma eine anekdoten- und faktenreiche Darstellung aller Aspekte unseres träumerischen Nachtlebens und was man heute darüber weiß.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015

Ein bisschen enttäuscht ist Rezensent Andreas Mayer schon, dass ein so raffinierter Autor wie Douwe Draaisma, der sich zudem glänzend auf dem Gebiet der Gedächtnisforschung auskennt, der Traumforschung in seinem neuen Buch "Wie wir träumen" so wenig Mühe angedeihen lässt. Zwar ist der Kritiker erfreut, dass überhaupt ein populäres Sachbuch zu dem Thema erscheint; auch Draaismas "ironische Skepsis" hat dem Rezensenten gefallen. Leider muss Mayer aber während der Lektüre feststellen, dass sich der niederländische Autor nicht nur viel zu oberflächlich mit der Freud'schen "Traumdeutung" beschäftigt hat und ihn zudem oft falsch zitiert, sondern auch immer wieder in einen zwar sympathischen, aber wenig tiefgehenden Plauderton verfällt.