Unehelich und unerwünscht, so kommt Heilwig 1938 auf die Welt - als "Kind L 364" in einem Lebensborn-Heim. Heinrich Himmler nimmt sich ihrer an. Vier Jahre später heiratet Heilwigs Mutter den SS-General und Himmler-Vertrauten Oswald Pohl. Der adoptiert das Mädchen, und Heilwig wächst in höchsten NS-Kreisen auf. Dann folgt das Kriegsende - und der jähe Absturz. Die Familie flieht vor der Roten Armee, der Adoptivvater wird in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet. Heilwig erlebt massive Ausgrenzung. Wegen des Adoptivvaters - und wegen ihrer Lebensborn-Geburt, von der sie erst jetzt erfährt. Als sie mit 18 ihren leiblichen Vater kennenlernt, findet sie Halt. Und als sie heiratet, ist die Welt in Ordnung. Bis die eigenen Kinder sie mit der Vergangenheit konfrontieren und alles wieder aufbricht - Dorothee Schmitz-Köster erzählt, basierend auf Interviews mit Heilwig Weger und ihrer Familie sowie Dokumenten aus Archiven und Privatbesitz, eine dramatische Biografie im Schatten des Lebensborn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.07.2007
Rezensentin Ingrid Müller-Münch zeigt sich bewegt von diesem biografischen Bericht einer Frau, die in einem nationalsozialistischen Lebensborn-Heim zur Welt gekommen ist und später von einem hochrangigen Nazi, dem Chef des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts Oswald Pohl, adoptiert worden war. Diese Heilwig Pohl hat ihre Geschichte, auch um sie im Interesse ihrer eigenen Kinder aufzuarbeiten, der Bremer Autorin Dorothee Schmitz-Köster erzählt, die daraus eine "schlichte und einfache", aber an Themen reiche Biografie gemacht hat, wie die Rezensentin lobt.
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