Donald Davidson

Subjektiv, intersubjektiv, objektiv

Cover: Subjektiv, intersubjektiv, objektiv
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783518583876
Gebunden, 400 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte. Donald Davidson hatte schon zu Lebzeiten den Rang eines Klassikers erreicht. Seit Erscheinen seiner ersten wichtigen philosophischen Abhandlung im Jahre 1963 bis zu seinem Tod hat Davidson die Debatten im Bereich der philosophischen Semantik, der Erkenntnis- und Handlungstheorie und der Philosofie des Geistes maßgeblich geprägt. Ohne je eine philosophische Monographie vorgelegt zu haben, hat dieser "Denker ohne Buch" in einer Fülle von Aufsätzen ein einheitliches Bild der Sprache, des Geistes und der Handlung entworfen, das entscheidend dazu beigetragen hat, die theoretische Philosophie aus ihrer dogmatisch-sprachanalytischen Erstarrung zu befreien. Mit "Subjektiv, intersubjektiv, objektiv" liegt nun der dritte Band der philosophischen Aufsätze Davidsons in deutscher Sprache vor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2004

Was ist, wie entsteht Subjektivität? Die Philosophie, so Michael Hampe, hat schon alle möglichen Erklärungen parat gehabt: Mal verlegte sie die Selbstwahrnehmung in das "Gespräch der Seele" mit sich selbst, mal richtete sie die Aufmerksamkeit auf das Funktionieren des Gehirns. Donald Davidson dagegen spricht von "intersubjektiven und objektiven Bedingungen" - alles Fühlen und Wahrnehmen entsteht in einem Dreieck von "sozialer, personaler und physikalischer Realität", also im Netz, das zwischen mir, anderen Menschen, mit denen ich dialogische Beziehungen aufnehme, und unserer gemeinsamen Welt, gespannt ist. Der Rezensent rühmt den Wert dieser holistischen Ansicht als Mittel gegen reduzierende Philosophien, gegen "einen Fundamentalismus des Selbstbewusstseins" oder "einen des Gehirns oder der Gesellschaft" - gegen "physikalischen Szientismus" (es gibt keine subjektiven Zustände), "solipsistischen Idealismus" (alles ist die "Erscheinung eines einsamen Ichs) und "sozialen Konstruktivismus" (alles ist Diskurs).

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2004

Rezensent Manfred Geier verneigt sich vor Donald Davidson, dem im vorigen Jahr verstorbenen "großen alten Mann der analytischen Philosophie". Im Band "Subjektiv, intersubjektiv, objektiv", der 14 Vorträge zwischen 1981 und 1998 versammelt, sei noch einmal zu erleben, wie Davidson "mit analytischem Scharfsinn" erkenntnistheoretische Probleme aufrollt. Auch Davidsons "philosophische Grundüberzeugung", die 3-Welten-Lehre von Karl Popper, tritt laut Rezensent Geier offen hervor. Popper unterscheidet zwischen der rein körperlich-physikalischen Welt, der Welt psychischer Zustände und der Welt des Geistes; bei Davidson findet sich dies in seinem "triangulären Grundgedanken" wieder, laut dem uns die Welt nur mittels dreier Erkenntnisform, nämlich "subjektiv, intersubjektiv, objektiv", "begreifbar" ist. Also nur der wechselseitige Stabilisierungsprozess zwischen "eigenem Geist, Fremdpsychischen und gemeinsamer Umwelt", so resümiert der Rezensent die "philosophische Erbschaft" Davidsons, könne ein "Gesamtbild" des Wissens ermöglichen. Rezensent Geier würdigt die Konsequenz, mit der Davidson diese Trinität "ganzheitlich durchdacht" habe.
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