Aus dem Französischen von Andrea Stephani. Filippo, ein 22-jähriger Kleinganove, freundet sich im Gefängnis mit dem älteren Carlo an, einem politischen Gefangenen der extremen Linken. Zusammen brechen sie aus, doch Carlo ist nicht bereit, den Jungen an seiner Seite zu behalten, er schickt ihn weg. Kurz darauf wird Carlo bei einem Banküberfall erschossen. Filippo flüchtet nach Paris, wo er von den politischen Exilitalienern eher unfreundlich empfangen wird. Er fühlt sich zunehmend verloren. Während seiner Nachtwachen in einem Büroturm in La Défense beginnt Filippo zu schreiben: über die Begegnung mit Carlo im Knast, die gemeinsame Flucht und was danach geschah. Im Laufe dieser Arbeit des Schreibens, des Rekonstruierens, des Ausschmückens und Verschönerns wird Filippo zum Schriftsteller. Er erdichtet sich eine Persönlichkeit und erlebt eine Liebesgeschichte. Und findet sich plötzlich in einem hochkomplexen Spiel zwischen italienischen Polit-Exilanten, italienischer Polizei und italienischen Geheimdiensten!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.04.2014
Auch wenn die Autorin in diesem Krimi die Brigate Rosse auferstehen lässt, ist sie mit ihrem Text doch auf der Höhe der Zeit, versichert Sylvia Staude. Die Verbindung von Literaturbetriebssatire und Terrorismus gelingt außerdem, meint die Rezensentin, die das Politische bei Dominique Manotti bereits gut kennt und schätzt, ebenso wie den lakonischen Stil der Autorin und ihren trockenen Witz. Dass Manotti bei den Ingredienzien Carlos, Rote Brigaden und Literatur ohne Klischees auskommt, bewundert Staude ehrlich.
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