DOA, Dominique Manotti

Die Ehrenwerte Gesellschaft

Roman
Cover: Die Ehrenwerte Gesellschaft
Assoziation A Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783862414192
Kartoniert, 278 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Dominique Manotti und DOA legen mit "Die ehrenwerte Gesellschaft" einen vierhändig verfassten Roman vor. Schnörkellos beschreiben sie die Korruptheit, die Intrigen und inzestuösen Machtverflechtungen der herrschenden Klasse.

Im Perlentaucher: Kernschmelze in Paris

Manotti und DOA setzen diese Kettenreaktion mit einer Wucht in Gang, dass einem die radioaktiven Trümmer der Pariser Machteliten nur so um die Ohren fliegen. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2013

In einer großen Sammelbesprechung stellt Rezensent Georg Renöckl die frühere Wirtschaftshistorikerin Marie-Noëlle Thibault vor, die seit den Neunzigern unter dem Pseudonym Dominique Manotti mit einer ganzen Reihe von Roman Noirs dem Frankreich unter und seit Mitterand auf den Zahn fühlt und dabei auch die Enttäuschung der Linken über den sozialistischen Präsidenten und die zunehmende Verfilzung von Politik, Justiz und Exekutive widerspiegelt. An Manottis (wie Renöckl anmerkt, im übrigen exzellent recherchierten) Romanen schätzt der Rezensent vor allem die erzählerische Rasanz, Stringenz und Effizienz, aber auch ihre Sinnlichkeit sowie nicht zuletzt die - nicht defätistische - Galligkeit, die immer dann zum Ausdruck komme, wenn Übeltäter für ihre Machenschaften in letzter Sekunde doch nicht ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können. Daran, so Renöckl, lässt sich viel ablesen über den Status Quo der Macht in Frankreich. Dass Manotti kein stehendes Figurenpersonal pflegt, schadet den Romanen kein bisschen, so der Rezensent. Vielmehr bilde ihr hervorragender Stil eine willkommene Konstante, so etwa auch im gemeinsam mit DOA verfassten Roman "Die ehrenwerte Gesellschaft", der mit einem gewohnt präzise geschilderten Mord beginne, der allerdings - ärgerlich für den Mörder - über eine Webcam beobachtet wurde und schließlich, da ein Polizist der Atombehörde das Opfer ist, weite Kreise ziehe. Hier erweist sich die Autorin einmal mehr "als Expertin für Verfilztes aller Art" und bietet Einblick in einen Polizeiapparat und eine politisch-gesellschaftliche Elite, die von außen betrachtet gleichermaßen labyrinthisch undurchdringbar erscheinen, notiert der begeisterte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.08.2012

Sylvia Staude schätzt schon die von Dominique Manotti allein verfassten Krimis außerordentlich, nun hat sich die französische Autorin mit dem unter dem Pseudonym DOA bekannten Autor Verstärkung geholt und dafür 2011 in Frankreich sogar den Preis für den besten Kriminalroman bekommen, wie die Rezensentin wissen lässt. In gewohnter Handlungskomplexität unter Aufbietung vieler Figuren und Verwicklungen fordert dieser Krimi, in dem es um einen ermordeten Under-Cover-Polizisten, Verstrickungen der Beton- und Atomindustrie, unsaubere Geschichten zweier Präsidentschaftskandidaten und eine Umweltschutzgruppe geht, seinen Lesern verstärkte Aufmerksamkeit ab, betont die Rezensentin. Belohnt wird man mit einem hohen Maß an Spannung und einem äußerst glaubwürdigen Plot, wie Staude verspricht. Dass sich Manottis Stil kaum verändert hat, wenn überhaupt vielleicht noch eine Spur "lakonischer" geworden und ansonsten gewohnt "gesellschaftskritisch" ist, überzeugt die Rezensentin auch von diesem Krimi.