Die Gedichtsammlung "Der ewige Brunnen" ist seit vielen Jahrzehnten ein Klassiker. Millionen von Leserinnen und Lesern haben hier die Welt der deutschen Lyrik entdeckt und erkundet. In diesem Lesebuch spiegeln sich die Lebenserfahrungen von Jahrhunderten. Jetzt erscheint es in einer Neuausgabe, in der Dirk von Petersdorff berühmte und kanonische Gedichte mit frischen Stimmen aus der Vergangenheit wie aus der Gegenwart vereinigt hat. Von Brentano bis Bachmann, von Goethe bis Gernhardt, von Luther bis Udo Lindenberg reicht die Bandbreite der Autorinnen und Autoren, deren schönste und beste Gedichte im "Ewigen Brunnen" versammelt sind. Dirk von Petersdorff hat die Anthologie bis in die Gegenwart fortgeführt. Er hat mehr Gedichte von Frauen als je zuvor aufgenommen und das kulturelle Spektrum der Auswahl erweitert. Erstmals stehen im neuen "Ewigen Brunnen" auch einige erstklassige Songtexte. Die Gedichte sind nach Lebenssituationen und Themen gruppiert. So finden sich hier Gedichte über die Jugend und über das Alter, über die Höhen und Tiefen der Liebe, über Aufbrüche und Umbrüche, Ermutigung und Trost. Die Natur wird besungen und die Lebenskunst, es gibt Gedichte zum Lachen und politische Lyrik, Gedichte von Heimweh und Fernweh, von Glaube und Zweifel. Neu dabei unter anderen: Marlene Dietrich, Element of Crime, Nico Bleutge, Ursula Krechel, Marion Poschmann, Lutz Seiler, Tocotronic, Udo Lindenberg, Judith Holofernes und viele ander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2023
Rezensent Alexander Kosenina freut sich, dass Dirk von Petersdorff den "lyrischen Hausschatz", ursprünglich 1955 von Ludwig Reiners zusammengestellt, vertieft und erweitert hat. In einem historischen und thematischen Querschnitt versammelt der Band Gedichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, gebündelt in Kategorien wie "Kindheit, Alter und Tod" oder "Liebe, Ehe und Glaube", die der Herausgeber vom Reiners übernommen habe, die aber sinnnigerweise um einige aktuellere Kategorien ergänzt würden: So liest Kosenina auch von "Krieg, Flucht, Vernichtung" (wobei auch hier eher Gryphius und Celan vorkommen als die Fluchtbewegungen seit 2015, wie der Kritiker anmerkt), und begrüßt auch die Einbeziehung jüngerer und populärerer Stimmen wie etwa in den Lyrics von Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Auch das von Petersdorff neu eingeführte Kapitel zur "Reflexionslyrik" findet Kosenina spannend. Insgesamt eine reichhaltige und "kluge" Zusammenstellung, lobt er.
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