Herausgegeben von Hülya Adak und Erika Glassen. Zeitzeugen gehen den Fragen nach, die die türkische Gesellschaft umtreiben: dem türkische Nationalismus mit all seinen Facetten, dem problematischen Umgang mit den Nationalitäten, der Lage der Frauen oder auch der Frage, wohin die kemalistische "Revolution von oben" letzten Endes geführt hat. Dieses Lesebuch ist gleichzeitig Einführung und Quellenband eine Geschichte der Türkei aus erster Hand, wie es sie noch nicht gab. Mit Beiträgen von Yahya Kemal, Orhan Veli Kanik, Oya Badar, Mehmed Uzun, Murat Belge, Ahmed Hamdi Tanpinar u.a.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2011
Martin Zähringer lobt diesen Sammelband, der hundert Jahre türkische Geschichte in Texten zeitgenössischer türkischer Intellektueller reflektiert, sehr nachdrücklich für die vielen verschiedenen Perspektiven, in denen die maßgeblichen Stationen der jüngeren Zeit in den Blick rücken. So kämen für die Regierungszeit Kemal Atatürks beispielsweise nicht nur Anhänger und Kritiker, sondern auch Atatürk selbst zu Wort, wodurch der Band ein sehr komplexes Porträt des Staatsgründers und seiner Zeit liefert, so der Rezensent anerkennend. Dass auch Tabus wie der Genozid an den Armeniern, das Kurdenproblem oder die Re-Islamisierung der Türkei in dem Band eingehend zur Sprache kommen, findet Zähringer ebenfalls erfreulich, und er preist diese Textsammlung als erhellenden und "glaubwürdigen" Einblick in die historisch-politische Entwicklung der Türkei der vergangenen hundert Jahre.
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