Ein neues Europa entsteht, doch es besteht weiterhin aus Nationen und Nationalstaaten. Sie sind Ergebnisse einer oft leidvollen Geschichte, in der nationale Identitäten entstanden, die nicht leicht "europäisiert" werden können. Wie die moderne deutsche Nation im europäischen Umfeld geformt wurde, kulturell, politisch und auch in Kriegen, ist das Thema dieses Buches.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.04.2001
Ulrich Speck mutmaßt, dass der Nationalismus heute im Westen angesichts einer fortschreitenden Europäisierung ausgedient habe. Daher erstaunt es ihn keineswegs, dass ein Neuzeithistoriker wie der Tübinger Dieter Langewiesche sich des Themas angenommen hat. Neun der wichtigsten seiner lesbaren wie lesenswerten Aufsätze, lobt der Rezensent, sind in diesem Band versammelt, mit denen der Autor zwei Anliegen ausdrücke. Zum einen, berichtet Speck, weise der Historiker auf die Doppelbödigkeit des Nationalismus als gut und schlecht in einem hin. Zum anderen beschreibe er brillant und wasserdicht den spezifisch deutschen, den föderativen Nationalismus als Gegengewicht zum zentralistischen Nationalstaat Frankreich - freilich nur bis zur Gründung des Deutschen Reiches. Wer mehr über Nation und Nationalismus im 19. Jahrhundert wissen möchte, werde mit Langewiesches Band bestens bedient, lobt Speck und weist darauf hin, dass die deutsche Geschichte des Föderalismus und Unitarismus des 20. Jahrhunderts aber noch geschrieben werden muss.
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