Bernd Schneidmüller

Grenzerfahrung und monarchische Ordnung

Europa 1200-1500
Cover: Grenzerfahrung und monarchische Ordnung
C. H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406613579
Kartoniert, 304 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Mit neun Abbildungen und fünf Karten. Bernd Schneidmüller liefert eine meisterhafte Synthese der europäischen Geschichte von 1200 bis 1500, von den Staufern bis Christoph Kolumbus. Ausgehend von drei historisch wirkmächtigen Ereignissen - dem Mongolensturm, dem Ausbruch der Pest und der Entdeckung Amerikas - legt er in Längsschnitten immer wieder wichtige Entwicklungen der Ereignis-, Politik-, Sozial-, Religions- und Mentalitätsgeschichte frei. Rom und Byzanz, Kaiser und Papst, Wissenskultur und Erfahrung der Ohnmacht, Eintritt der Osmanen in die europäische Geschichte und Entdeckung neuer Wege in die Welt sind zentrale Bezugspunkte dieses faszinierenden Portraits des Spätmittelalters.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2011

Erhellend scheint Christian Jostmann diese Geschichte des Spätmittelalters, die der Mediävist Bernd Schneidmüllers vorgelegt hat. Dem Autor versucht seines Erachtens nicht, Europa als eine Einheit zu konstruieren, sondern geht von der Einsicht aus, dass das Mittelalter keinen politischen Begriff von Europa hatte. Überzeugend findet er, wie Schneidmüller aus dem "ausufernden Flickenteppich des europäischen Spätmittelalters" eine Reihe von Ereignissen - den Ansturm der Mongolen, die Pest, die Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 - herausgreift und diese mit weiteren Entwicklungen verbindet. Sein Fazit: ein Buch, das auch zum Nachdenken über gegenwärtige Begriffe von Europa anregt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2011

Voll des Lobes ist Rezensent Michael Borgolte, im Hauptberuf selbst Professor für Geschichte des Mittelalters in Berlin, für Bernd Schneidmüllers Darstellung der spätmittelalterlichen Geschichte Europas im "Spannungsverhältnis West und Ost". Der Heidelberger Mediävist bündelt seine Geschichte um drei Schwerpunkte - den Einfall der Mongolen, die Verbreitung der Pest und die osmanische Eroberung Konstantinopels - und stellt ihnen die Etablierung von Ordnungsstrukturen gegenüber, ohne allerdings hier einen ursächlichen Zusammenhang herzustellen, wie der Rezensent zustimmend erzählt. Borgolte beeindruckt die Kühnheit, mit der der Autor auf die enorme Stoffmenge zugreift und allzu einfache "Linearitäten" vermeidet. Dazu kommt, dass Schneidemüller ein großartiger Erzähler ist, der seine Europageschichte plastisch in Begebenheiten und Quellen vor Augen zu führen weiß, so der Rezensent. Insbesondere das Kapitel über die portugiesischen Entdecker und andere Seefahrer findet er vorzüglich. Allerdings nimmt Borgolte deutlich wahr, dass Schneidmüller keine Deutung der Geschichte Europas schreiben will, diese als Teil der globalen Geschichte versteht. So "vorschnell" möchte der Rezensent Europa nicht aufgeben. Er wünscht sich für die Zukunft weitere Bemühungen, die die Geschichte Europas "mit globalhistorischen Fragestellungen in ihrer Eigenart erfahrbar" machen.
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