Nach seiner Autobiographie "Das Magische Auge" legt Dieter Kühn den zweiten Teil seines Lebensbuchs vor ein "Logbuch" aus Werkstattberichten, dokumentierten Gesprächen und Erinnerungen als Selbstporträt eines Schriftstellers. Dabei steht jedoch nicht das Entstehen der eigenen Bücher im Vordergrund, sondern lebensbegleitende Schreibprojekte, die bisher noch nicht in Buchform realisiert wurden: "Projekte, bei deren Entwicklung ich spezifische Erfahrungen machte, dies zuweilen grenzwertig."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2015
Pünktlich zu Dieter Kühns achtzigstem Geburtstag ist mit "Die siebte Woge" ein neues Buch des Autors erschienen, den Rezensent Tilman Spreckelsen als ebenso produktiv wie brillant würdigt. Einmal mehr lässt sich der Kritiker hier auf Kühns geniales Spiel der Möglichkeiten im Wirklichen ein, in diesem Fall ein "Werkstattbuch" zu Büchern und Texten, die zwar geschrieben hätten werden können, aber nie zur Verwirklichung kamen: Spreckelsen liest etwa Texte über eine Biografie des Hitler-Gegners Armin T. Wegner, eine Biografie des Schriftstellers Felix Hartlaub oder über den katholischen Buchdrucker Rudolf Rocker, der sich um die Armen Londons kümmerte. Fasziniert folgt der Rezensent den Materialsammlungen und Erläuterungen Kühns, die verdeutlichen, weshalb es häufig nur bei den Plänen blieb. Darüber hinaus entdeckt der Kritiker in diesem hinreißenden Buch auch selbstreflexive Texte des Autors - etwa über den Prozess des Schreibens oder die wirtschaftliche Situation freier Schriftsteller.
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