Leben und Werk des pietistischen Seelsorgers und Theologen Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) werden anschaulich dargestellt - aufgrund von bekannten Quellen wie Druckwerke, Korrespondenz, Tagebucheinträge, Berichte von Gästen, Fotos und viele andere Dokumenten. Bedeutend ist während seiner Studienzeit in Tübingen seine Freundschaft mit Eduard Mörike; aus seiner Tätigkeit als Pfarrer besonders sein Wirken im württembergischen Möttlingen, wo er die schwer erkrankte Gottliebin Dittus seelsorgerlich begleitet und eine Erweckung seiner Gemeinde erlebt. Es ereignen sich erregende Gebetsheilungen, die ihn über die Grenzen Württembergs hinaus bekannt machen. In Bad Boll entsteht ein Seelsorgezentrum und er wird zum Theologen der Hoffnung, der in Kürze eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes erwartet. Mit Blumhardt wird eine Gestalt der Kirche und der Theologiegeschichte lebendig, die das Gespräch über Erweckung und Glaubensheilung neu beleben kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2003
Eine Vita wie die Johann Christoph Blumhardts, vergleichbar allenfalls mit der eines "sizilianischen Volksheiligen" des 18. Jahrhunderts, sei "wohl nur im geistlich 'wilden' Württemberg" möglich gewesen, meint der Rezensent Klaus Berger. Wohl deshalb hat ihm die von Dieter Ising verfasste Biografie "dieses außergewöhnlichen Mannes" viel Freude bereitet, die sich "spannend bis amüsant" lese, vielleicht auch, da sie auf einen wissenschaftlichen Apparat verzichtet hat. Erstmals sei der gesamte Nachlass Blumhardts mit etwa viertausend Schriftstücken vollständig ausgewertet worden, lobt der Rezensent die Fleißarbeit, die nicht nur alle Lebensabschnitte des Predigers "überaus vollständig" behandelt, sondern zudem noch als ein "'Who's who' Württembergs im neunzehnten Jahrhundert" daherkomme.
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