In seinem wegweisenden Buch zieht Walter Kardinal Kasper Zwischenbilanz in Sachen Ökumene. Er beschreibt Aufgabe und Leitidee der Ökumene aus katholischer Sicht, markiert zentrale Stationen der ökumenischen Verständigung mit den Ostkirchen und den Kirchen der Reformation und benennt ehrlich die offenen Fragen, nicht zuletzt im Blick auf das umstrittene Amt des Papstes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2006
Viel Zustimmung und gelegentliches "Kopfschütteln" des Rezensenten erhält der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen für seine Analyse der gegenwärtigen Verständigung und der möglichen gemeinsamen Wege in der Zukunft. In den zehn Beiträgen gelinge es Kasper vor allem, so Rezensent Eberhard Jüngel, sich in die Situation der anderen christlichen Kirchen hineinzuversetzen, und zwar keineswegs "schulmeisterlich", auch wenn er seiner römisch-katholischen Perspektive selbstverständlich verpflichtet bleibe. Nach einer solchen Sichtung des Dialogstandes beziehe Kasper gleichwohl deutlich Stellung angesichts einem vermeintlich weit verbreiteten "Relativismus und Indifferentismus gegenüber der Wahrheitsfrage". Besagtes Kopfschütteln stellt sich beim Rezensenten ein, wenn Kasper den reformatorischen Kirchen eine Zielsetzung der "friedlichen Koexistenz" unterstelle. Schon die Wortwahl aus dem Vokabular des Kalten Krieges sei wenig hilfreich. Als eine Art Einlenkversuch oder Geste der Verständigung interpretiert der Rezensent hingegen Kaspers hermeneutischen Gedanken, die christliche Trinitätslehre als Zeichen einer "Gemeinschaft gegenseitigen Andersseins" zu begreifen. Soweit allerdings, meint ein nüchterner Rezensent, seien die verschiedenen "konfessionellen "Sprachspiele" noch lange nicht.
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