Von Christian Greiner, Klaus A. Maier und Heinz Rebhan. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Bruno Thoß. Die drei Autoren nehmen die Herausbildung militärischer Strukturen im Bündnis seit der Übernahme des Oberbefehls durch den ersten SACEUR Eisenhower in den Blick. Dazu wird zunächst die Entwicklung der Bündnisstrategie von einer noch weitgehend konventionellen Verteidigungsplanung bis zu ihrer vollen Nuklearisierung (Christian Greiner) verfolgt. Dem schließt sich ein Beitrag über die Herausbildung der politischen und militärischen Allianzorganisation insgesamt wie ihrer regionalen Kommandobereiche (Heinz Rebhan) an. Schließlich wird ausgehend von der inneramerikanischen und ausgreifend auf die NATO-Ebene der Übergang von Atomwaffen aus ziviler in militärische Obhut und die sich entwickelnde Erweiterung nuklearer Einsatzbefugnisse bis auf die militärischen Kommandoebenen (Klaus A. Maier) nachgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2004
Höchst aufschlussreich findet Rezensent Daniel Kosthorst diesen im Auftrag des militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben Band zu Strategie und Organisation der Nato in den Jahren 1949 bis 1959. Die hierin zutage geförderten Ergebnisse findet Kosthorst teilweise derartig erschreckend, dass er fast schon geneigt scheint, dem - an linke Protestparolen erinnernden - Resümee zuzustimmen, wonach in der "Logik der Abschreckung" der "Wahnsinn zur Methode" wurde. Wie uns der Rezensent informiert, zeichnet Christian Greiner die generelle Auseinandersetzung um die Allianzstrategie nach, während Heinz Rebhan die Umsetzung der strategischen Planungen schildert. Dicke kommt es Kosthorst zufolge mit Klaus A. Maiers Beitrag, der Kontrolle und Einsatzentscheidungen über die Atomwaffen behandelt. Dass selbst nachrangige Truppenkommandeure entscheidungsbefugt waren, weckt bei Kosthorst noch "in der Rückschau Horrorvisionen", zumal diese unkontrollierbare Inflationierung zur besonders abschreckenden "spasmischen atomaren Reaktion" umdefiniert wurde. Auch dass die damalige Bundesregierung keinerlei Vorstellung davon hatte, lässt den Rezensenten erschaudern.
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