Bearbeitet von Kathrin Zehender. Der Beginn der 6. Wahlperiode bedeutete für die größte Fraktion im Deutschen Bundestag einen tiefen Einschnitt: Nach 20jähriger Regierungszeit fand sich die CDU/CSU-Fraktion im Oktober 1969 weitgehend unvorbereitet in der Rolle der Opposition wieder. Die Protokolle, maschinenschriftlich niedergelegte Übertragungen von Tonbandaufzeichnungen, verdeutlichen die damit verbundenen Schwierigkeiten einer organisatorischen und inhaltlichen Neuorientierung.
Die Dokumente zeigen nicht nur das Ringen in der Union im Zusammenhang mit der neuen Ost- und Deutschlandpolitik der sozial-liberalen Bundesregierung, sondern lassen auch die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen der CDU- und CSU-Abgeordneten und ihrer politischen Führung unter dem Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel bis ins Detail erkennbar werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2017
Frank Bösch entdeckt in den Sitzungsprotokollen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag aus den Jahren 1969-1972 allerhand Spannendes. Die von Kathrin Zehender eingeleiteten und "zurückhaltend" kommentierten Wortprotokolle gewähren ihm Einblick in eine Zeit gesteigerter Aktivität der Fraktion. Diskutiert werden laut Rezensent das Eherecht, die Ostpolitik, Sozialfragen oder auch das Misstrauensvotum vom April 1972. Die Beiträge von Rainer Barzel bis Franz Josef Strauß bedeuten dem Rezensenten die Produktivität der Fraktion und ihre Vielstimmigkeit, auch wenn die Abgeordneten es mit der Präsenz nicht eben genau nahmen, wie Bösch erkennt. Den Band empfiehlt er politisch Interessierten aber auch weniger Bewanderten, die anhand der 139 dokumentierten Sitzungen (53 gedruckten, der Rest online) die Sprache der Politik einer Zeit im Umbruch kennenlernen können, wie er meint.
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