Die vorliegende Monographie bietet erstmals ein Gesamtbild der facettenreichen Dreiecksbeziehung zwischen den beiden deutschen Staaten und Schweden im Zeitraum von 1949 bis zum internationalen Anerkennungsdurchbruch der DDR Ende 1972. Auf breiter Quellenbasis wird aufgezeigt, wie Schweden während jener Hochphase des Kalten Krieges Schauplatz deutsch-deutscher Auseinandersetzungen wurde: Während die DDR die westliche Nichtanerkennungspolitik mit vielfältigen "kryptodiplomatischen" Aktivitäten zu konterkarieren versuchte, setzte die Bundesregierung alles daran, ihren Alleinvertretungsanspruch auch in den neutralen europäischen Ländern dauerhaft durchzusetzen. Eingehend wird in der Arbeit auch die schwedische Position in der Anerkennungs- und Deutschlandfrage analysiert, ohne die der "diplomatische Krieg", den Bonn und Ost-Berlin auf neutralem schwedischen Boden gegeneinander ausfochten, nicht verständlich wäre. Methodisch neu an diesem Ansatz ist, dass die Geschichte der DDR nicht mehr isoliert von der ihres ideologischen Counterparts untersucht wird, sondern dass beide deutsche Staaten synoptisch in ihren sich gegenseitig bedingenden Konkurrenz- bzw. Kontrastbeziehungen betrachtet werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2006
Interessant erscheint Joachim Scholtyseck diese Arbeit über das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland, DDR und dem neutralen Schweden, die Alexander Muschik vorgelegt hat. Schweden hatte nach Angaben Scholtysecks hervorragende Handelsbeziehungen mit der BRD, während es sich für die DDR wenig interessierte - schon weil die DDR für Schweden ökonomisch keine Rolle spielte, aber auch, weil es in Stockholm für die ostdeutsche Diktatur und vor allem den Mauerbau keine Sympathien gab. Scholtyseck hebt hervor, dass Muschik für seine Analyse des Verhältnisses zwischen Bonn, Stockholm und Ost-Berlin deutsche und schwedische Akten unter die Lupe genommen und ausgewertet hat. Näheres über das Buch erfährt man vom Rezensenten bedauerlicherweise nicht.
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