Aus dem Amerikanischen von Marion Schweizer und Thomas Pfeiffer. Jensen zeigt mit bezwingender Logik, weshalb unsere Zivilisation absolut und grundsätzlich unvereinbar ist mit ökologischer Nachhaltigkeit. Unsere auf Gewalt aufbauende Gesellschaft stellt so die provokante These einer Sackgasse dar, wenn nicht gar ein sich selbst zerstörendes System. In radikaler Fortsetzung dieser Gedanken macht Jensen deutlich, dass unsere Welt letztlich nur durch die Zerstörung der industriellen Zivilisation gerettet werden kann. Ein provokantes, ein wachrüttelndes, ein absolut notwendiges Buch für eine Zeit, in der den dringlichen ökologischen Herausforderungen zu oft mit wenig mehr als Schönheitsreparaturen begegnet wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.09.2008
Nicht anfreunden kann sich Rezensentin Hilal Sezgin mit Derrick Jensens Buch "Endgame. Zivilisation als Problem". Wie sie berichtet, hält Jensen Zivilisation per definitionem für nicht nachhaltig und sieht für die Zukunft schwarz. Unsere industrielle Lebensweise, rekapituliert sie den Autor, gründe sich auf den Gebrauch permanenter Gewalt gegen die Natur und auch gegen Menschen. Sezgin fühlt sich ein wenig an Adorno und Horkheimers "Dialektik der Aufklärung" erinnert, mit dem feinen Unterschied, dass sie bei Jensen keine Dialektik findet. Sie wirft dem Autor Rechthaberei und Apodiktik vor. Zwar bescheinigt sie ihm durchaus Aufrichtigkeit und eine gewisse Radikalität. Aber wenn Jensen die Frage nach der Legitimität politischer Gewalt aufwirft und mit der Fantasie spielt, Staudämme zu sprengen, dann klingt das für Sezgin nach der "Radikalität und Aufrichtigkeit der Pubertät, obwohl Jensen schon über 40 ist".
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