Eugen Kogon (1903-1987) drückte als Publizist und Politikwissenschaftler der jungen Bundesrepublik seinen unverwechselbaren Stempel auf. Er schrieb das erste Buch über die deutschen Konzentrationslager und damit einen Bestseller internationalen Rangs. Schon früh beteiligte er sich an der Gründung der deutschen Politikwissenschaften und prägte als Lehrstuhlinhaber ganze Generationen von Studierenden. Die Deutschen nannten ihn den "Fernsehprofessor" und staunten über die Verve, mit der er als Moderator des TV-Magazins Panorama einen kritischen Journalismus vertrat. Kogon zählte zu den einflussreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Dennis Beismann beschreibt in seiner biografischen Studie den Weg Kogons zur moralischen Autorität in der Bundesrepublik. Im Fokus stehen dabei das Denken und Handeln in den spannungsgeladenen Jahren von 1949 bis 1969. Auf der Grundlage umfassender Quellen beleuchtet der Autor ein bisher kaum erschlossenes Ideengebäude, das sich nicht in das ideologische Lagerdenken der Nachkriegszeit einreiht und somit neue Zugänge zur bundesdeutschen Intellektuellengeschichte eröffnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2021
Rezensent Rene Schlott lernt mit Dennis Beismanns Dissertationsschrift den vielseitigen Politikwissenschaftler Eugen Kogon kennen. Inwiefern Kogon eine symbiotische Beziehung zwischen Wissenschaft und Medien verkörperte kann der Autor ihm ebenso vermitteln wie Kogons intellektuellen Weg, sein Denken und akademisches Wirken in der frühen BRD. Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews ergänzen laut Schlott die Nachlassrecherchen des Autors. Entstanden ist für Schlott das Bild eines kämpferischen, widersprüchlichen Denkers im besten Sinne.
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