Aus dem Amerikanischen von Sabine Grunwald. Mit 20 Abbildungen und einem Vorwort von Wolfgang Bergmann. Bis in die Mitte der 50er-Jahre prägten Strenge und Distanz die Kindererziehung. Deborah Blum enthüllt die dunkle Geschichte der Kinderpsychologie und schildert das Leben des exzentrischen und umstrittenen Wissenschaftlers Harry Harlow, der mit seinen legendären, grausamen Affenexperimenten die Kraft der Mutterliebe und -bindung bewies. Harlow und seine Kollegen legten den Grundstein für die Wissenschaft der Bindung und revolutionierten die Kinderpsychologie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2010
Gutes und Schlechtes hat Rezensent Thomas Weber über dieses Buch zu sagen, und zwar deshalb, weil es der typische Vertreter eines Genres ist, das klare Stärken und klare Schwächen hat. Das Genre ist das der von informierten Journalisten geschriebenen Wissenschaftlerbiografie. Dass sich Deborah Blum auskennt und gut recherchiert hat und gut lesbar zu schreiben versteht, steht, so Weber, außer Zweifel. Und gewiss habe sie recht, dass Harry Harlows Affenexperimente die Begrenzung des zu seiner Zeit herrschenden Behaviorismus zu zeigen halfen. Harlow konnte nämlich belegen, dass Affen von ihrer Mutter nicht nur Milch, sondern auch emotionale Zuneigung wollen. Problematisch werde das ganze jedoch dadurch, dass Harlow - wie noch fast jeder Gegenstand solch populärwissenschaftlicher Darstellung - zum Helden stilisiert wird. Und mancher Widerspruch in den Ergebnissen bleibe aus Mangel an "kritischer Distanz" leider auch unterbelichtet, so Weber.
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