Wolfgang Bergmann

Disziplin ohne Angst

Wie wir den Respekt unserer Kinder gewinnen und ihr Vertrauen nicht verlieren
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2008
ISBN 9783407858986
Gebunden, 184 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Durch Strafe erzwungene Disziplin führt nicht zu sozialem Verhalten, sondern zur Unterwürfigkeit das weiß die Entwicklungspsychologie seit mehr als einem halben Jahrhundert. Sie erzeugt die so genannten Radfahrer , die es in jedem Betrieb und in jeder Schulklasse gibt sie buckeln nach oben und treten nach unten. Und sie hasten immer neuen Autoritäten hinterher vom Computerspielhelden bis zum starken Politiker , oder sie suchen Schutz in Suchtmitteln vom Alkohol bis zu illegalen Drogen.Wolfgang Bergmann mischt sich in die aktuelle Diskussion um Disziplin und Gehorsam ein. Er hat in seinem Leben einen anderen Gehorsam gelernt und an die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen weitergegeben. Davon erzählt er in seinem neuen Buch.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.05.2008

Rezensentin Annegret Nill begrüßt diese Gegenstimme zu Bernhard Buebs pädagogischer Streitschrift "Lob der Disziplin", auch wenn der renommierte Kinder- und Jugendpsychologe sie nicht in jeder Hinsicht überzeugen kann. Zunächst ist ihr dieses Buch als Plädoyer gegen die Disziplinshudler erst einmal grundsätzlich sympathisch, und sie unterstreicht Wolfgang Bergmanns Positionen, dass Liebe und Einfühlung die "Conditio sine qua non" aller Erziehung sein müsse. Auch leuchten ihr viele entwicklungspsychologisch grundierte Argumente des Buchs ziemlich ein. Die Rezensentin bedauert allerdings, dass Bergmann seine Darstellung zu stark auf die bürgerliche Familie beschränkt habe und soziale Aspekte darin kaum eine Rolle spielen würden. Was sei mit Kindern aus kaputten Familie?, fragt sie also und findet auch die Rolle von Kindergarten, Schule und Lehrern bei Bildung und Erziehung von Bergmann nicht ausreichend reflektiert.